Nartumer Lebensmittelgeschäft droht das Aus

Einst gab es in Nartum, einem 750-Einwohner-Dorf bei Zeven, vier Geschäfte. Heute betreiben Elisabeth und Fritz Carstens das einzig verbliebene. Ein kleiner Supermarkt. Doch auch der steht jetzt zur Disposition. Das Ehepaar will das Gebäudeensemble an der Hauptstraße mit Laden, Fleischerei, Wohnungen verkaufen. Der Betrieb rechnet sich nicht mehr.

Keines der vier Kinder will das Geschäft weiterführen

„Ich bin 67. Mein Mann ist 65, und wir haben keine Nachfolger“, erzählt Elisabeth Carstens. Keines der vier Kinder will das Geschäft weiterführen. „Ich kann das verstehen“, sagt die Mutter.  Die Geschäfte mit Fleisch und Wurst aus der eigenen Fleischerei, der Partyservice und der Laden bringen seit geraumer Zeit weniger ein. „Früher war hier richtig was los“, berichtet Fritz Carstens. „Wir haben 15 bis 20 Schweine und fünf Rinder pro Woche geschlachtet.“ Und hinter der Fleischtheke standen bis zu sechs Verkäuferinnen. Diese Zeiten sind vorbei. Heute verarbeitet Fritz Carstens im Schlachthaus ein halbes Schwein pro Woche. Das Schlachten hat er aufgegeben.

Seit Fritz Carstens das Schlachten aufgegeben hat, verarbeitet er die angelieferten Schweinhälften zu Fleisch und Wurst. Was er herstellt, das verkauft seine Frau Elisabeth im Laden.
Seit Fritz Carstens das Schlachten aufgegeben hat, verarbeitet er die angelieferten Schweinhälften zu Fleisch und Wurst. Was er herstellt, das verkauft seine Frau Elisabeth im Laden. Foto Kratzmann

Die Inhaberin steht heute zuweilen allein im Geschäft und bedient die wenigen Kunden. Seit die Volksbankfiliale im Dorf Ende Juni schloss, kaufen die Nartumer noch seltener bei Carstens ein. „Die fahren jetzt nach Zeven zur Bank und gehen dann dort auch gleich einkaufen“, weiß Elisabeth Carstens. Der Bürgerbus hat diesen Trend noch verstärkt.

Wer mehr einkauft, der kommt von auswärts

Nartum sei im Grunde optimal für ein Geschäft, wie sie und ihr Mann es betreiben. Es gibt Neubaugebiete, eine altersgemischte Bevölkerung, und die Autobahn ist nicht weit. Und doch versorgt sich die Mehrheit der gut 700 Dorfbewohner andernorts mit Lebensmitteln. „Die, die mal mehr kaufen, kommen von auswärts.“ Kurzum: Das Geschäft bringt nichts mehr ein. Also verkaufen. Das Ehepaar Carstens hat einen Makler engagiert.