Pro oder contra Grindel? Das sagen die Rotenburger Sportfunktionäre

Aus seiner Heimatstadt Rotenburg erhält DFB-Präsident Reinhard Grindel sowohl Zuspruch als auch Kritik für sein Krisenmanagement rund um die umstrittenen Erdogan-Fotos und den Rücktritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft.

„Rassismus-Vorwürfe sind lächerlich“

„Alle, die die Kritik an Grindel unterstützen, sind auf dem falschen Weg“, sagt etwa Peter Grewe. Özils Rassismus-Vorwürfe gegen den Präsidenten seien „lächerlich und haltlos“, findet der Präsident von Grindels Heimatverein Rotenburger SV.

„Mit Zuschlag für EM 2024 ist alles wieder gut“

Auch Grindels langjähriger Begleiter in Rotenburger Fußballkreisen, Paul Metternich, fordert die Kritiker auf, lieber selbst etwas zu tun und nicht immer über die Verbände und handelnden Personen zu meckern. „Im September bekommt Deutschland ziemlich sicher den Zuschlag für die Europameisterschaft 2024. Spätestens dann ist wieder alles gut. Bis dahin wird Reinhard über den ganzen Angriffen stehen. Das kennt er aus seinen Zeiten in der Politik.“

„Intransparent und schlecht gelöst“

Gerd Rathjen, Chef der Trainergemeinschaft im Landkreis Rotenburg, kritisiert neben dem DFB-Präsidenten auch Oliver Bierhoff und Joachim Löw. Alle drei hätten den Fall mit dem Erdogan-Foto „intransparent und schlecht gelöst“. Die drei seien aber auch völlig abgehoben von den Amateuren. Grindel habe keine klare Linie und nicht erkannt, welcher Sprengstoff in dem Thema verborgen ist. „Der Präsident muss sich daher hinterfragen.“

Keine Politiker als Verbandspräsidenten

Deutlichere Worte wählt Rolf Ludwig, der Chef der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine: „Grindel zeigt null Herz, beschuldigt schnell andere Leute und hat eine arrogante Art. Der DFB schreibt sich Integration groß auf die Flagge, da hätten die Beteiligten den Vorfall um Özil und Gündogan deutlich besser lösen müssen.“ Er habe dazu eine ganz klare Meinung: Der DFB müsse im Präsidium dringend wieder mit Leuten besetzt sein, die Ahnung von Fußball haben – und nicht mit Politikern.

Oliver Moje

Oliver Moje

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Oliver Moje, Jahrgang 1971, hat schon als Zehnjähriger eine erste eigene Zeitung für Freunde herausgegeben und als Neuntklässler 1986 eine Schülerzeitung an der KGS Tarmstedt gegründet. Nach dem Abitur am Zevener St.-Viti-Gymnasium 1990 war er vier Jahre freiberuflich bei der Wümme-Zeitung in Lilienthal tätig, bevor er 1994 zunächst als Volontär, dann als Redakteur bei der Zevener Zeitung anfing, für die er bis heute arbeitet.