Tarmstedt: Kuppelhaus im Wörpeweg zieht Blicke auf sich

Auf den ersten Blick könnte es ein Gewächshaus sein, auf den zweiten Blick ähnelt es einem Iglu – vorausgesetzt der Schnee legt sich auf die Scheiben. Doch was es ganz genau mit dem Kuppelhaus im Garten von Wolfgang Neuberger und Holde Hurrelmeyer auf sich hat, hat das Ehepaar nord24zeven verraten.

Geodätische Kuppel

Wer am Haus von Wolfgang Neuberger und Holde Hurrelmeyer im Wörpeweg 1 in Tarmstedt vorbeifährt, der bleibt höchstwahrscheinlich mit seinem Blick an einem kuppelähnlichen Gebäude hängen. „Das ist eine geodätische Kuppel. Diese Form wurde bereits in den 1920er Jahren erfunden“, sagt Wolfgang Neuberger.

Kuppelhaus in Estland produziert

In Estland wurde der 67-Jährige Handelsvertreter auf das Kuppelhaus der Firma Ümaron aufmerksam. „Ich fand die Konstruktion toll und bin dann mit den Mitarbeitern der Firma ins Gespräch gekommen“, sagt Neuberger. Etwa 14 Quadratmeter nimmt das Kuppelhaus bei einem Durchmesser von etwa vier Metern und einer Höhe von drei Metern auf dem Grundstück ein. „Es ist ein Prototyp, der aus Multiplex geschnitten wurde. Der Steinsockel ist nur provisorisch, eigentlich gehen die Fenster bis zum Boden.“

Freie Sicht zum Sternenhimmel

Zwei Fenster sorgen im Inneren für die Belüftung, so dass auch im Sommer ein gutes Klima herrscht. Bei den letzten Stürmen hat das Kuppelhaus zudem seine Stabilität bewiesen und mit einer klaren Akustik bietet es sich auch als Treffpunkt an. „Wir saßen jetzt schon öfter in größerer Runde hier drin“, sagt der 67-Jährige und seine Frau ergänzt: „Ich nutze die Kuppel auch als Vorlese-Raum. Man kann aber auch gut in die Sterne gucken.“

Interessierte können klingeln

Im Januar werde der kleine Hingucker im Wörpeweg jedoch durch eine höhere Kuppel ausgetauscht. „Dann muss man nicht mehr gebückt durch die Tür gehen“, sagt Neuberger mit einem Lächeln und seine Frau fügt hinzu: „Jeder, der etwas über die Kuppel in unserem Vorgarten erfahren möchte, kann gerne bei uns klingeln.“

 

Weitere Informationen zur geodätischen Kuppel im Überblick:

  •  Das in Jena 1926 eröffnete Planetarium ähnelt von der Konstruktion einer geodätischen Kuppel. Diese neuzeitliche Umsetzung stammt von Walther Bauersfeld.
  •  Der amerikanische Architekt und Konstrukteur Richard Buckminster Fuller entwickelte die Technologie ab den 1940er Jahren weiter.
  • „Die geodätische Bauweise wird als Fachwerkbau bezeichnet und ist ein Polyeder (gr. „viel“,“Flächer“). Bei dieser speziellen Figur liegen alle Verbindungspunkte der tragenden Struktur auf der Oberfläche einer Kugel. Diese sind jeweils durch Streben mit mindestens vier und bis zu sechs weiteren Punkten verbunden. Die Kugeloberfläche wird durch die Struktur in flache Dreiecke untergliedert, die wiederum in Fünf und Sechsecken zusammengefasst werden“, heißt es auf der Internetseite www.futurumdomes.com.
  • Kontaktdaten für weitere Informationen und Besichtigung des Kuppelhauses in Tarmstedt:
    Wolfgang Neuberger und Holde Hurrelmeyer, Wörpeweg 1 Tarmstedt,  0174/2070700.
Sophie Stange

Sophie Stange

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Sophie Stange kommt gebürtig aus Lutherstadt Wittenberg. Seit September 2016 arbeitet sie als Redakteurin bei der Zevener Zeitung. Zuvor hat sie das Bachelorstudium "Angewandte Medienwissenschaft" an der TU Ilmenau absolviert. Ein zweijähriges Volontariat bei der Schweriner Volkszeitung folgte kurz darauf. Zudem hat sie den Masterstudiengang "Journalismus und Medienwirtschaft" an der Fachhochschule Kiel erfolgreich abgeschlossen.