Vier Jahre Haft: Verdener Richter beendet „traumtänzerische Geschäfte“

Weil er die Anzahlungen zwar kassierte, die versprochenen Autos aber nie lieferte, muss ein 29-Jähriger vier Jahre hinter Gitter. Für das Landgericht Verden ist klar: Es war Betrug.

Verlockendes Angebot

Leasingvertrag ohne Schufa-Auskunft: Das Angebot klang gerade für jene, die ohne dickes Konto ein großes Auto fahren möchten, verlockend. Auf seiner Homepage hatte der Angeklagte eine Adresse in Wilstedt (Kreis Rotenburg) angegeben. Wer sich dort hinbegab landete auf einem Campingplatz.

Anzahlungen landen auf Privatkonto

Dennoch schloss manch einer einen Vertrag ab und leistete auch die geforderte Anzahlung in vierstelliger Höhe. Das Geld landete auf dem Privatkonto der Lebensgefährtin des 29-Jährigen und wurde umgehend bar abgehoben und für private Zwecke verwendet. Das Paar hatte einen gehobenen Lebensstandard.

„Keine Ahnung von dem Geschäft“

„Als Sie die Verträge abgeschlossen haben, waren Sie weder in der Lage noch willens diese zu erfüllen“, wandte sich der Richter an den Angeklagten. „Sie waren keine Leasing-Bank, noch hatten Sie das Geld und Sie hatten überhaupt keine Ahnung von dem Geschäft.“ Formulare anderer Anbieter habe der Angeklagte einfach übernommen.

Für den Richter ist das Maß voll

Da der Mann nicht zum ersten Mal auffiel, sprach das Gericht eine Haftstrafe aus. „Ein nahtloses Weitermachen ihrer traumtänzerischen Geschäfte darf es nicht geben. Da werden andere Menschen nicht unerheblich geschädigt“, befand der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.