Zeven: Besen soll Schüler im Bus vor dem Herausfallen schützen

Das Video hat im sozialen Netzwerk Facebook für Entsetzen gesorgt: Ein Busfahrer transportiert bei offener Tür Fahrgäste. Und das nicht irgendwo in der Welt, sondern auf der Strecke von Zeven nach Wense. 

Besen klemmte in der Bustür

Eigentlich wollte Felix am Mittwoch nur mit dem Bus von der Schule nach Hause fahren. Nichts besonderes – eigentlich. Doch bei dieser Reise wehte dem 14-Jährigen sowie den anderen Fahrgästen der Fahrtwind um die Ohren. Der Grund ist die Tür, die bei der gesamten Fahrt offen stehen blieb. Schon als die Kinder in den Bus einsteigen wollten, klemmte am hinteren Eingang des Busses der Besen in der Tür.

Vier Mal an der Tür gerüttelt

„Mein Sohn erzählte mir, dass sie diesen Eingang nicht benutzen sollten. Schon vier Mal soll der Busfahrer vergeblich versucht haben, die Tür zu schließen. Beim fünften Mal habe er entschieden, trotzdem loszufahren. Der Besen klemmte dazwischen, damit keiner herausfällt“, so Peggy Peper weiter. Ihr Sohn filmte die Szene, die sie später auf ihren Facebook-Profil veröffentlichte.

Vorschulkinder saßen mit im Bus

„Es gab viele Kommentare dazu. Unter anderen wurde auch gesagt, dass, wenn Kinder artig sitzen bleiben, ihnen nichts passiert. Ich sehe das aber anders. Wenn ein Fahrzeug nicht fahrtüchtig ist, dann darf man damit auch nicht fahren“, sagt die Wenserin. Zudem mache sie sich um die kleineren Kinder sorgen, die den Bus nutzen, um beispielsweise zur Vorschule zu kommen.

EVB bezieht Stellung

In diesem konkreten Fall äußert sich die EVB auf Nachfrage von nord24Zeven und verweist auf entsprechende Regelungen, die besagen, dass die Türen während der Fahrt geschlossen zu halten und derartige Ereignisse der Leitstelle zu melden sind. „Dies wurde bedauerlicher Weise unterlassen. Wir haben bereits ein erstes Gespräch mit dem Busfahrer geführt und entsprechende Konsequenzen aufgezeigt“, sagt Pressesprecherin Andrea Stein.

Alle drei Monate werden Busse überprüft

Zudem verweist die EVB auf die Sicherheitsprüfungen, die alle drei Monate zu den Hauptuntersuchungen durchgeführt werden. „Dabei werden auch immer die Türen auf ihre Funktion und Sicherheit überprüft. Das Fahrzeug wurde nach der Fahrt nicht mehr im Linienverkehr eingesetzt und befindet sich in unserer Werkstatt zur Instandsetzung“, sagt Stein.

„Verhalten des Fahrers war Fehlerhaft“

„Allerdings kann es, wie bei jedem anderen Fahrzeug auch, trotz intensiver Wartung zu technischen Defekten kommen. Es ist unbestritten, dass das Verhalten des Fahrers in dieser Situation fehlerhaft war und wir arbeitsrechtliche Konsequenzen prüfen.“

Sophie Stange

Sophie Stange

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Sophie Stange kommt gebürtig aus Lutherstadt Wittenberg. Seit September 2016 arbeitet sie als Redakteurin bei der Zevener Zeitung. Zuvor hat sie das Bachelorstudium "Angewandte Medienwissenschaft" an der TU Ilmenau absolviert. Ein zweijähriges Volontariat bei der Schweriner Volkszeitung folgte kurz darauf. Zudem hat sie den Masterstudiengang "Journalismus und Medienwirtschaft" an der Fachhochschule Kiel erfolgreich abgeschlossen.