Zevener zu Gast in Schweden: Von Gesundheitsversorgung enttäuscht

Ein ernüchterndes Fazit zieht Zevens Bürgermeister Norbert Wolf nach der Skara-Reise über die Gesundheitsversorgung in Schweden. Was den Zevenern mit dem Gesundheits- und Therapie-Zentrum (GuTZ) bevorsteht, funktioniere dort nicht, sagt Wolf.

Schweden als Vorbild

Dr. Boris Robbers, Leiter des Krankenhaus-Referats im Sozialministerium, hatte den Zevenern im März während der Informationsveranstaltung im Rathaussaal von der Gesundheitsversorgung in Skandinavien vorgeschwärmt: Dort lebten die Menschen länger als in Deutschland, obgleich der Weg zum nächsten Krankenhaus viel weiter sei – Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sei Dank.

Bild von Lage gemacht

Da trifft es sich gut, dass die Zevener Freunde in Skara haben. Deshalb wollten sie sich kürzlich ein Bild von der Gesundheitsversorgung machen – in der Hoffnung, sich etwas abgucken zu können. Daraus wurde nichts. In Schweden gibt es keine niedergelassenen Ärzte.

Gleiches Problem

Wer eines Mediziners bedarf, der geht zum MVZ. Das an sich sei ja nichts Schlechtes, meint Norbert Wolf. Die Bündelung von Facharztpraxen könne vielmehr ein Segen sein. Doch die schwedische Gesellschaft steht vor dem gleichen Problem wie die deutsche: Ärzte wollen nicht aufs Land, Arztsitze an MVZ  bleiben vakant.

„System funktioniert nicht“

Andere können nur mit Teilzeitmedizinern besetzt werden. Die Folge: Bürger bekommen nur schwer einen Termin, bekommen denselben Arzt kaum zweimal zu Gesicht und müssen zum Teil weite Wege in Kauf nehmen. „Das System funktioniert nicht“, folgert Zevens Bürgermeister – und schon gar nicht im Angesicht einer alternden Bevölkerung.