AfD trennt sich von Vorstandsmitglied

Die AfD hat – unwissentlich, wie sie im Nachhinein beteuert – mit dem 69-jährigen Hilmar Neuroth einen vor Jahren wegen schweren Kindesmissbrauchs verurteilten Straftäter zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gemacht. Darauf macht die SPD in einer Presseerklärung am Freitag aufmerksam.

AfD-Vorsitzender Jürgewitz: „Hilmar Neuroth ist für uns gestorben“

Der AfD-Vorsitzende Thomas Jürgewitz fiel nach eigenen Worten „aus allen Wolken“, als ihn die NORDSEE-ZEITUNG mit der SPD-Erklärung konfrontierte. Danach habe er den ihm bis dahin unbekannten Fall „gegoogelt“, so Jürgewitz. Nach Rücksprache mit dem im Urlaub weilenden Parteifreund teilte er daraufhin mit: „Hilmar Neuroth ist für uns gestorben.“ Er sei mit sofortiger Wirkung von seinem Vorstandsposten zurückgetreten und werde aus der AfD austreten.

Bundesweite Schlagzeilen nach Umzug nach Bremerhaven

Der „Fall Hilmar N.“ hatte im Oktober 2008 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Mann hatte zu jenem Zeitpunkt eine fünfjährige Haftstrafe in Lübeck abgesessen, zu der ihn das Landgericht Kiel wegen mehrjährigen schweren Missbrauchs seiner anfangs erst sieben Jahre alten Stieftochter verurteilt hatte. Wegen eines Formfehlers musste er auf freien Fuß gesetzt werden. Danach zog er nach Bremerhaven und ist seither auch nicht mehr auffällig geworden.