Auswandererhaus startet Ausstellungsexperiment mit Virtual Reality

Sehnen nach der Familie in der Heimat, Ohnmacht während trostloser Gefangenschaft: Geschichte erfühlbar machen, durch die Gefühle derer, die sie erlebt haben – und das mithilfe neuer Technologien wie Virtual Reality. Dieser Aufgabe hat sich das Deutsche Auswandererhaus (DAH) gestellt – mit einem Ausstellungsexperiment.

Briefsammlung eines Kriegsgefangenen

Ein Glücksgriff? „Ja, das war es“, sagt DAH-Direktorin Dr. Simone Eick über die umfangreiche Briefsammlung, die der Hamburger Soldat August Schlicht im Ersten Weltkrieg als Kriegsgefangener im russischen Krasnojarsk an seine Familie daheim schrieb und die dem Museum zur Verfügung steht.

„Ohnmacht“ und „Sehnsucht“

Einige der rund 250 Briefe sind ausgestellt. Gerahmt hinter Glas liest sich aus den sorgsam geschriebenen Zeilen heraus, dass etwa kleine Habseligkeiten ganz groß werden können, wenn einem Menschen die Freiheit genommen ist.
„Ohnmacht“ und „Sehnsucht“ sind die beiden Themen, denen sich das Ausstellungsexperiment einmal auf klassische Weise – mit originalen Exponaten – und einmal mit neuer Technologie – der Virtual Reality – nähert.

Strategien für das Museum der Zukunft

Das DAH beteiligt sich mit seinem Ausstellungsexperiment an dem Projekt „Museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“.  Das auf mehrere Jahre angelegte Unterfangen sorgte im DAH für viele Überlegungen, die zu dem Schluss führten, dass sich Inhalte gut auf verschiedene Weise erzählen lassen. Wie sehr sich die Inhalte durch Ausstellung und Virtual-Reality-Erfahrung und die durch sie ausgelösten Empfindungen im Gedächtnis der Besucher verankern, wird eine auf vier Monate angelegte Studie klären. „1400 Besucher sollen befragt werden“, kündigt Eick an.