Bremerhaven: Bund unterliegt im Streit um „Gorch Fock“ vor Gericht

Im Streit um unbezahlte Rechnungen für die „Gorch Fock“ hat das Verteidigungsministerium eine juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht Bremen lehnte am Dienstag eine einstweilige Verfügung gegen die Bredo-Werft in Bremerhaven ab. Dies hatte das Verteidigungsministerium beantragt.

Rumpf als Pfand

Die „Gorch Fock“ liegt bei der Werft in Bremerhaven im Dock. Bredo betrachtet den sanierten Rumpf als Pfand. Sie hat angekündigt, das Schiff am Freitag nur zu Wasser zu lassen, wenn der Bund offene Rechnungen von 5,1 Millionen Euro bezahlt. Das Gericht teilte mit, dieser Streit müsse nicht eilig entschieden werden.

Kostenexplosion

Bei der Sanierung des Schiffs waren die Kosten davongelaufen. Statt 10 Millionen Euro wurden für die „Gorch Fock“ bereits mehr als 70 Millionen Euro ausgegeben. Als Endsumme werden 135 Millionen Euro erwartet. Das Debakel beschäftigt mittlerweile die Staatswaltschaft sowie mehrere Gerichte.

„Zügige Entscheidung“

„Wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen, dass das Landgericht die Eile der Sache nicht anerkennt. Wir hatten diesen Antrag so kurzfristig gestellt, um ein vertragsgerechtes Ausdocken der ‚Gorch Fock‘ am 21. Juni zu ermöglichen“, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Anfrage. „Über das weitere Vorgehen wird zügig entschieden.“ (bel/dpa)