Bremerhaven: Fußgänger und Radfahrer teilen sich die Kennedybrücke

Radfahrer müssen auf dem Gehweg der Kennedybrücke in Bremerhaven künftig Schrittgeschwindigkeit fahren. Denn der Streifen kommt im Zuge der Sanierung weg, Fußgänger und Radfahrer müssen sich den Gehweg teilen. Das hat die Koalition beschlossen – entgegen dem Rat von Experten. 

Radfahrer auf den Gehweg

Aus Sicht der Koalition ist es sicherer, wenn Radfahrer an der Kennedybrücke nicht auf die Fahrbahn müssen. Deshalb hat sie beschlossen, den Gehweg für Radfahrer freizugeben. Der weiße Streifen, der bisher dort ist, kommt weg, denn er ist zu schmal. Stattdessen wird auf die Fahrbahn ein Piktrogramm „Radfahrer“ gemalt – für alle die, die nicht auf dem Gehweg fahren müssen.

Alternative Lösung abgelehnt

Das Stadtplanungsamt hatte noch eine zweite, von der Behörde priorisierte Version angeboten: Auf der Fahrbahn wird eine verpflichtende Radfahrerspur aufgebracht, Autofahrer haben dann nur noch zwei statt drei Spuren zur Verfügung. „Die Konflikte zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern auf dem Gehweg überwiegen sonst“, sagt Stefan Rößler, Abteilungsleiter für Verkehrsführung beim Stadtplanungsamt.

Konflikte programmiert

Doch Torsten Raschen, Fraktionsvorsitzender der CDU, erklärte im Ausschuss: „Ich will nicht verantworten, dass ein 14-Jähriger da auf die Fahrbahn muss.“ Der ADFC kritisiert die Entscheidung der Koalition scharf: „Das ist eine fußgänger- und radfahrerfeindliche Politik“, sagt Marc Ella. Schrittgeschwindigkeit an der Kennedybrücke sei praxisfern, Konflikte programmiert.

Laura Bohlmann-Drammeh

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Nach dem Studium der Journalistik und der "Modern Indian Studies" in Bremen, Göttingen und Indien, hat Laura Bohlmann-Drammeh in Bremen volontiert. Jetzt unterstützt sie die Nordsee-Zeitung in der Stadtredaktion und freut sich, wieder in der alten Heimat zu sein. Aufgewachsen ist sie nämlich in Cuxhaven.