Chefarzt: Universitätsklinikum würde Versorgung in Bremerhaven verbessern

Im Land Bremen fehlt der medizinische Nachwuchs. Dr. Gunnar Wagner, Chefarzt der Dermatologie am Klinikum Reinkenheide, plädiert für eine medizinische Fakultät in Bremerhaven und spricht von den großen Chancen, die ein Universitätsklinikum böte. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bremen macht sich stark für eine humanmedizinische Fakultät im Land Bremen. „Nur so kann dem drohenden Ärztemangel in einigen Disziplinen begegnet werden. Es hat sich gezeigt, dass viele Medizinstudenten nach dem Abschluss ihrer Ausbildung in der Region bleiben, insofern haben Bremen und Bremerhaven derzeit erhebliche Standortnachteile im Wettbewerb um junge Ärzte“, sagt Christoph Fox, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung.

Wagner sagt, dass seit dem Jahr 1990 die Studienplätze für Medizin bundesweit von 15 000 auf 9000 Plätze abgebaut worden seien. „Diese Zahlen entsprechen einem Abbau der Ausbildungskapazität von 40 Prozent“, sagt er. Eine Ursache hierfür sei die Kapazitätsverordnung für Studienplätze. Die Anzahl der Patienten der Universitätskliniken reicht nicht mehr aus, um genügend Studenten auszubilden. Und hier kommen nach Ansicht des Chefarztes die städtischen Kliniken ins Spiel: Sie verfügen über genügend Patienten, um diesen Mangel der Universitätskliniken ausgleichen zu können.

„Viele neue Medikamente stehen zu allererst Universitätskliniken zur Verfügung“

Eine Universitätsklinik würde sich hervorragend in das Bild eines regionalen Oberzentrums und eines Wissenschaftsstandortes einfügen, meint Wagner. Außerdem hat eine Universitätsklinik ein erheblich größeres Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. Das gelte beispielsweise in Bezug auf die Erprobung neuer Medikamente, bei Tumoren etwa. „Viele neue Medikamente stehen zu allererst Universitätskliniken zur Verfügung“, betont Wagner. „Hinzu kommt, dass eine Uniklinik immer die Nase vorn hat, wenn es um die Gewinnung der besten Mitarbeiter geht.“ Der Chefarzt meint: „Wir müssen vor allem die Politik und die Wissenschaft für diese Aufgabe gewinnen.“