Ein Mann und sein alter Wasserturm

Vor zehn Jahren hat er ihn von den Stadtwerken gekauft. Hat ihn saniert, innen und außen. Und dabei Federn und viel Geld gelassen. Udo Zeiler wollte seinen denkmalgeschützten Wasserturm an der Langener Landstraße schon vor Jahren wieder los werden. Inzwischen hat er sich in dem roten Backsteinturm häuslich eingerichtet. Und gründet derzeit einen Verein zum Erhalt des Wasserturms.

Bauwerk von 1885 ist ein Denkmal

1885 ist der Wasserspeicher in Lehe gebaut worden. Erst 1996 hatten die Stadtwerke ihn außer Betrieb genommen. Seitdem suchte die Stadt einen Käufer. Udo Zeiler, Immobilienkaufmann aus Baden-Württemberg  mit zweitem Wohnsitz in den USA, hatte zugegriffen  für etwa 100.000 Euro. Sonst hätte dem Turm der Abriss gedroht. Der heute 50-Jährige hat eigenhändig mit Freunden und Mitstreitern das Mauerwerk saniert, innen alles ausgebaut. Auch das Landesamt für Denkmalpflege hat ihn unterstützt.

Eingebaute Zwischendecken und Heizung

So durften Zwischenböden eingezogen, Heizungen eingebaut und elektrische Leitungen gelegt werden. Zeiler hat allüberall nostalgisches Mobiliar, Trödel und Antiquitäten gesammelt und die 14 runden Räume damit eingerichtet. „Vor allem im Sommer ist hier mein Treffpunkt für Familie und Freunde aus aller Welt“, sagt der Turm-Infizierte. „Nur im Winter lebe ich in wärmeren Regionen.“ Dorthin wolle er irgendwann auch ziehen, aber was wird dann aus dem Turm?

Eigentümer gründet einen Verein

„Noch immer würde ich ihn verkaufen oder vermieten. Die Bausubstanz ist jetzt top. Jetzt kümmern wir uns noch um äußere Verschönerung.“ Er hat sogar Grundstücke rechts und links vom Turm dazugekauft, ein altes Haus saniert und vermietet. „Dieses gesamte Gelände will ich auch nicht auseinander reißen“, sagt er. Mit Turm-Begeisterten aus der Nachbarschaft gründet Zeiler nun einen Verein. „Damit alle, die den Wasserturm lieben, sich gemeinsam um ihn kümmern und sich dort treffen.“ Kontakt: udozeiler@hotmail.de.