Finanzspritze für Freilichtmuseum in Speckenbüttel

Zwei Jahre lang haben die Stadt Bremerhaven und der Bauernhausverein Lehe verhandelt. Jetzt endlich steht der neue Pachtvertrag für die Freilichtmuseen Geesthof, Marschenhaus und Bockwindmühle. Die Stadt hat eingewilligt, jährlich 30.000 Euro für die Instandsetzung der historischen, sanierungsaufwendigen Gebäude beizusteuern. Und in Notfällen zu helfen. Denn das Reparatur-Risiko ist bei so alten, reetgedeckten Bauten hoch.

Vertrag mit der Stadt läuft im Oktober aus

Seit 1908 besteht der Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Verein, der mit seinen 467 Mitgliedern  die Freilichtanlagen im Speckenbütteler Park in Schuss hält und dort öffentliche Veranstaltungen organisiert – ehrenamtlich. 1986 ist die Vereinbarung zuletzt erneuert worden, für 30 Jahre. Die sind im Oktober herum.

70.000 Euro Unterhaltskosten jährlich

Die jährlich rund 70.000 Euro Instandhaltungskosten für das 13.200 Quadratmeter große Gelände kann der Verein aber nicht allein stemmen. Bis vor einem Jahr gab die Stiftung Wohnliche Stadt noch Zuschüsse. Das ist eingestellt worden. Die Rücklagen des Vereins schmelzen seitdem ab. Es kostet allein rund 60 000 Euro, ein Reetdach komplett zu sanieren. Ohne neuen Vertrag wäre das ganze Freilichtmuseum zurück an die Stadt gefallen – mit der Verpflichtung es zu unterhalten.

Stadt ist dankbar für die Arbeit des Vereins

Doch der Verein will sich gar nicht aus dieser Aufgabe zurückziehen. Weil aber die handwerklich zupackenden Vereinsmitglieder meist über 70 Jahre alt sind, suchte der Bauernhausverein eine Perspektive, um die historisch wertvollen Anlagen zu erhalten. Darum gibt es nun eine Kooperation mit einem jungen Heimatverein im Cuxland. Und den neuen Vertrag mit der Stadt, der nur noch auf 10 statt 30 Jahre angelegt ist. Die Stadt übernimmt den bisherigen Zuschuss der Stiftungsmittel.