Flüchtlingskinder vor der Tür der Sonnenblume in Leherheide

Dass bei ihr Kinder vor der Tür stehen, ist für Cornelia Rönnefahrt nichts Besonderes. Die Vorsitzende des Vereins Sonnenblume kümmert sich gemeinsam mit ihren Mitarbeitern seit Jahren nachmittags um schulpflichtige Kinder. Doch seit einigen Wochen kommen nicht nur Schulkinder. Immer häufiger stehen ihren Angaben nach täglich eine Handvoll Kleinkinder aus Syrien vor der Tür. „Sie sagen uns, ihre Eltern seien beim Sprachkurs.“

Doch die Betreuung von Kleinkindern mache es den Mitarbeiter immer schwerer, sich vernünftig um ihre eigentliche Klientel zu kümmern. „Wir sind dafür nicht ausgebildet und können unsere eigene Arbeit hier nicht mehr richtig leisten“, sagt Cornelia Rönnefahrt. Zudem sei man für so kleine Kinder nicht ausreichend versichert.
„Die Kinder kommen mit ihren großen Geschwistern oder werden einfach von ihren Eltern hergebracht“, sagt Sonnenblume-Mitarbeiterin Judith Yurtsever. Einige Eltern nähmen wohl an, die Sonnenblume sei verpflichtet, sich um die Kinder zu kümmern, sagt Cornelia Rönnefahrt. „Doch wir machen das freiwillig, und nachher wird es noch zum Gewohnheitsrecht.“

Sozialstadtrat: „Wir schicken keine Kinder zur Sonnenblume“

Auch Anbieter von Sprachkursen berichten von Problemen bei der Kinderbetreuung.  „Die Betreuung ist ein gravierendes Problem, es gibt viele Kinder in den Familien“, sagt Brigitta Backfisch von der Bildungs-Oase. Der zuständige Sozialstadtrat Klaus Rosche (SPD) betont, dass Kleinkinder, die einfach ohne vorherige Ankündigung von ihren Eltern abgegeben werden, dem Sozialdienst der Stadt gemeldet werden könnten. „Dann fahren unsere Leute los“, sagt er mit Blick auf die geschilderte Situation in der Sonnenblume.  Zur Not kämen die Kinder in die Obhut des Jugendamtes. „Wir schicken jedenfalls keine Kinder zur Sonnenblume“, sagt er.