Ibrahim Ö. (45) sticht in Geestemünde auf Ex-Freundin ein – Prozessbeginn

Tatort Bremerhaven, Altonaer Straße, Geestemünde-Süd: Er stach mehrfach zu. Ins Gesicht, in den Hals, in den Oberkörper seiner ehemaligen Freundin. Die saß im Auto, war völlig überrascht. Sie wehrte sich nicht einmal. Als er das Blut sah, habe er aufgehört, sagt Ibrahim Ö., der sich seit Montag wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Bremen verantworten muss. Der 45-Jährige konnte es nicht aushalten, dass die Frau, die er liebte, ein Verhältnis mit seinem Lieblingsbruder hat.

Es gab mehrere Kontaktverbote

Zumindest glaubte er das. Das Eifersuchtsdrama hat eine lange Vorgeschichte. Sowohl der Bruder als auch seine ehemalige Freundin hatten ihn angezeigt, es gab mehrere Kontaktverbote nach dem Gewaltschutzgesetz. Mehrfach verstieß er dagegen, es sind etliche Verfahren am Amtsgericht anhängig, die jetzt in dem Verfahren am Landgericht mitverhandelt werden.

Die Ex-Freundin saß im Auto

Der Angeklagte ist geständig. Er sei aufgewühlt und wütend gewesen, als er am 10. November 2017 seinen Bruder zur Rede stellen wollte. Dann sah er seine ehemalige Freundin im Auto am Straßenrand, sah sie im Auto telefonieren.

Es sollte nur ein Denkzettel sein

Er hatte sein Taschenmesser dabei. Er wollte er nur einen Denkzettel verpassen, und er habe aufgepasst, dass es keine tiefen Stiche gibt, beteuert er. „Ich bereue das sehr“, sagt er.

Frau überlebt schwer verletzt

Die Frau hat schwer verletzt überlebt. Die Anklage geht davon aus, dass er nur von ihr abgelassen hatte, weil er dachte, sie sei bereits tot. Und weil eine Zeugin ihn angeschrien hatte: „Hör auf, hör auf.“