Kater „Linus“ ringt mit dem Tod: Wulsdorf fahndet nach brutalem Tierquäler

Ein Tierhasser treibt derzeit in Wulsdorf sein Unwesen. Kater „Linus“ wurde durch Schüsse schwer verletzt und ringt mit dem Tod. Der Vorfall verbreitete sich über Facebook wie ein Lauffeuer und versetzt viele Bremerhavener in Sorge um ihre Haustiere.

Blutüberströmt nach Hause

Als sein neun Jahre alter Kater „Linus“ am vergangenen Freitag blutüberströmt nach Hause kam, ahnte sein Besitzer Volker Stockinger noch nicht, welch Unheil seinem Haustier widerfahren ist: Ein unbekannter Tierquäler hat mit einer Schusswaffe offenbar mehrfach auf den Kater geschossen und ihn schwer verletzt.

Kein Notdienst in Bremerhaven

Da es Linus auch tags darauf nicht besser ging, suchte Stockinger am Sonntag in seiner Not einen Tierarzt auf, der sich spontan bereiterklärte, Linus zu untersuchen. „Einen tierärztlichen Notdienst gibt es am Wochenende leider nicht in Bremerhaven“, sagt er im nord24-Interview.

Projektil steckt im Rücken fest

Was der Arzt feststellte, war wenig erfreulich: „Ein Projektil steckt in Linus‘ Rücken und konnte bislang nicht operativ entfernt werden, da sein Gesundheitszustand dies noch nicht zulässt“, berichtet Stockinger. „Zudem hat er eine blutende Wunde am Kopf, die sehr wahrscheinlich auch von einer Schusswaffe stammt, aber bewiesen ist das noch nicht.“ Sicher sei hingegen, dass kein Projektil im Kopf des Katers stecke.

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Kater ringt mit dem Leben

Dennoch sind die Verletzungen so schwer, dass Linus weiter mit dem Leben ringt. „Sein Gesicht ist geschwollen, die Kopfwunde weiterhin voll mit Eiter, die Lunge nicht in Ordnung und er bekommt Medikamente“, zählt Stockinger auf. Täglich sei er daher mit Linus beim Tierarzt.

Große Anteilnahme via Facebook

Seinem Ärger über die Attacke des Katzenhassers hat er am Montagabend auf seinem privaten Facebook-Profil freien Lauf gelassen in der Hoffnung, dass der Täter gefasst wird. Mittlerweile wurde der Beitrag rund 700 Mal geteilt. „Eigentlich wollte ich damit gar nicht für so viel Aufruhr sorgen“, sagt Stockinger. „Aber die überwältigende Anteilnahme freut mich, täglich bekomme ich Nachrichten von Leuten, die wissen wollen, wie es Linus geht.“

Polizei hofft auf Zeugen

Am Dienstag hat Stockinger bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. „Da hieß es, dass sie ziemlich machtlos seien.“ Das will Polizeisprecher Uwe Mikloweit so nicht bestätigen. „Wir sind in dem Fall aber sind dringend auf Zeugenhinweise angewiesen.“ Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0471/953-3321 entgegen.

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Damals war Kater Linus noch unverletzt.
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Damals war Kater Linus noch unverletzt. Foto: Stockinger/Facebook

 

Suche nach dem Täter

Einen Verdacht, wer auf Linus geschossen haben könnte, hat Volker Stockinger nicht. „Linus hat sich immer nur 300 bis 400 Meter von unserem Haus in der Straße Im Grund in Wulsdorf wegbewegt, aber mit den Nachbarn komme ich prima aus, zumal viele von ihnen selbst Haustiere haben.“

Polizei: Kein Serientäter

Andere berichteten von vergleichbaren Fällen in Bremerhaven. Dass ein Serientäter in Bremerhaven am Werk ist, der es gezielt auf Haustiere abgesehen hat, kann die Polizei nicht bestätigen. „Mir sind keine weiteren Fälle bekannt“, sagt Polizeisprecher Mikloweit.

Haustierbesitzer in Sorge

Mit seinem Facebook-Post hat Stockinger viele Haustierbesitzer in Bremerhaven verunsichert, wie die Kommentare unter seinem Beitrag zeigen. „Ich weiß, dass einige ihre Haustiere nun erst einmal nicht oder nur ungern aus der Wohnung lassen“, sagt er. Zugleich appelliert er an alle Wulsdorfer, möglichst beide Augen und Ohren offen zu halten, wenn sie durch den Stadtteil gehen, um den Täter zu finden.