Kein Geld mehr für die „Gorch Fock“

Das Verteidigungsministerium hat bei der „Gorch Fock“ einen Zahlungsstopp verhängt. Die Gründe sind die erheblichen Probleme bei der Sanierung des Segelschulschiffs. Wurden Millionenbeträge versenkt?

Krisengespräch

Eine Entscheidung über die Zukunft des Schiffes könne erst nach weiteren Prüfungen getroffen werden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Wegen der Kostenexplosion bei dem Projekt sowie eines Korruptionsverdachts gegen einen Mitarbeiter hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit der Spitze der Marine beraten.

Seit drei Jahren in Bremerhaven

„Ich mache mir große Sorgen um die ,Gorch Fock'“, sagte die Ministerin der „Rheinischen Post“, die auch zuerst über den Zahlungsstopp berichtete. Das Schiff liegt bald seit drei Jahren im Auftrag der Elsflether Werft in Bremerhaven im Bredo-Dock. Ursprünglich mit zehn Millionen Euro veranschlagt, werden die Kosten mittlerweile auf 135 Millionen Euro beziffert.

„Noch unklare Situation“

„Bisher sind für die Restaurierung der ,Gorch Fock‘ 69,5 Millionen Euro abgeflossen“, teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Die Entscheidung über den Zahlungsstopp sei wegen der „noch unklaren Situation“ getroffen worden. „Die Werft hat von sich aus Aufklärungsbemühungen versprochen. Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück, mit der die Bundeswehr eng kooperiert“, erklärte er. (dpa)