Neue Aue in Lehe: Aktivisten beantragen Bürgerbegehren

Wird die Neue Aue nun bebaut oder werden der „Leher Dschungel“ und seine tierischen Bewohner geschützt? Seit Montag ist diese Frage wieder völlig offen, denn die Bürgerinitiative Meergestrüpp hat bei der Stadt ein Bürgerbegehren beantragt. Die Politiker müssen sich mit dem Thema noch einmal ganz neu befassen.

Offener Dialog gewünscht

„Was wir uns wünschen, ist ein offener Dialog mit der Politik“, sagt Marnie Knorr. Sie ist Sprecherin der Bürgerinitiative Meergestrüpp. Schon in der Vergangenheit habe die Initiative häufig Gesprächsangebote gemacht, diese seien jedoch oft blockiert worden.

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6285 Unterschriften für die Aue

Umgestalten und in Teilen neu bebauen – das sind die Pläne der Politik für den Grünbereich in Lehes Norden. Dagegen regt sich Widerstand. Meergestrüpp-Mitglieder haben am Montag einen Antrag für ein Bürgerbegehren bei Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Lückert eingereicht. Um einen zulässigen Antrag stellen zu können, mussten sie außerdem Unterschriften sammeln – rund 5000 brauchte die Initiative. Überreicht wurden letztendlich zwei volle Ordner mit 6285 Unterschriften.

Wird der Antrag abgelehnt, folgt ein Bürgerentscheid

Mit dem Bürgerbegehren selbst ist allerdings noch nichts entschieden. Es verpflichtet die Politik jedoch, sich mit dem Thema noch einmal gründlich zu befassen. Anschließend kann sie dem Antrag zustimmen – Meergestrüpp fordert, die bestehenden Grünflächen zu erhalten und Tiere und Pflanzen zu schützen – oder ihn ablehnen. Dafür hat sie drei Monate Zeit. Wird der Antrag abgelehnt, muss ein Bürgerentscheid initiiert werden, an dem alle wahlberechtigten Bürger teilnehmen dürfen.

Lückert freut sich über das Engagement

Lückert begrüßte das Engagement von Meergestrüpp. „Das ist echte Bürgerbeteiligung und das begrüße ich natürlich. Wenn wir wollen, dass Bürger sich in der Politik mehr einbringen, dann müssen wir Bürgerbegehren auch als etwas Positives wahrnehmen“, sagte sie. Und auch die Unterstützer der Initiative wünschen sich einen Kompromiss: „Jeder muss ein bisschen was geben“, betonte Grünen-Politiker Michael Labetzke.