OTB infrage gestellt: Neuhoff-Interview sorgt für Entrüstung bei SPD

Das Interview der Nordsee-Zeitung mit dem designierten Bürgermeister von Bremerhaven, Torsten Neuhoff (CDU), hat für einen Sturm der Entrüstung beim Koalitionspartner SPD gesorgt. Neuhoff hatte unter anderem den Offshore-Terminal infrage gestellt und der SPD-Stadträtin Dr. Claudia Schilling „Doppelstrukturen“ in ihrem Ressort vorgeworfen.

„Mit dieser Haltung nicht mitgewählt“

Wenn diese Haltung vorher bekannt gewesen wäre, hätte die SPD Neuhoff nicht mitgewählt, sagte deren Fraktionsvorsitzender Sönke Allers. Sein CDU-Amtskollege Thorsten Raschen bezeichnete die Kritik als unangemessen.

Raschen: CDU steht hinter Offshore-Terminal

Die CDU-Fraktion stehe entgegen Neuhoffs Äußerungen nach wie vor hinter dem OTB, versicherte Raschen. Es stehe einem Kämmerer aber frei, finanzielle Entscheidungen und Doppelstrukturen zu hinterfragen. Wenn Allers die Koalition in Frage stelle, müssten die Parteivorsitzenden das klären. Allers hatte unter anderem gesagt: „Anscheinend hat Herr Neuhoff innerhalb weniger Stunden vergessen, wem er seine Wahl zu verdanken hat.“

„Mauer zwischen Neuhoff und SPD“

Außerdem:  „Durch seine Äußerungen in der Öffentlichkeit hat Stadtrat Neuhoff eine sehr hohe Mauer zwischen sich und der SPD aufgebaut. Da reicht nicht mal der größte Leiterwagen der Feuerwehr, damit er herüberschauen kann.“

SPD-Chef Günthner erstaunt über Interview

Der SPD-Parteivorsitzende Martin Günthner äußerte sich „sehr erstaunt“ über das Interview und warf Neuhoff die Verbreitung von Floskeln vor. Dennoch: „Die Koalition arbeitet gut. Das lassen wir auch nicht durch Herrn Neuhoff beschädigen.“