Pfiffige Songs von Dziuks Küche im Pferdestall

Unterhaltsame Kost und eine gehörige Prise Tiefgang: Dziuks Küche gastierte in Triobesetzung im Pferdestall. Zur Vollmond-Lounge hatte der in Berlin lebende Songschreiber und Sänger Danny Dziuk neben zwei guten Freunden sein offiziell erst am 8. April erscheinendes Album mitgebracht: „Wer auch immer, was auch immer, wo auch immer.“

„Ich hoffe, die Stimme hält“

„Ich hoffe, die Stimme hält“, bemerkte der Musiker, kaute abwechselnd Fenchel- und Salbeipastillen und startete gesundheitlich angeschlagen, aber trotzdem mit Ironie durch. „Zu groß, um zu scheitern“ als erster Song und erstes Statement – Achim Färber am Schlagzeug und Karl Neukauf an den Tasten wussten genau, was sie taten.

Über die Herren der Hochfinanz

Anders als die Herren der Hochfinanz, denen Dziuk seinen Text widmete: „Oh, was ha’m sie gepredigt/ vom freien Markt/ das hat sich erledigt/ nur ungefragt.“ Gemächliches Tempo, genaue Beobachtung, scharfer Witz: „Der Geist ist aus der Flasche,/ und er macht, was er will/ steckt die Welt in die Tasche/ April, April!“

Der Therapeut rät zur Aufarbeitung des Themas Eifersucht

Der Liedermacher erzählte, dass ihm sein Therapeut zur Aufarbeitung des Themas Eifersucht in möglichst vielen Facetten geraten habe. Gesagt, getan: Für „Wenn ich dich seh, möchte ich rauchen“ übernahm Neukauf die Gitarre, wechselte Dziuk ans E-Piano und unterstrich mit Zeilen wie „Blätter fallen/ selbst auf die Besten von allen“ seinen Ruf als Poet.

Einfühlsame Balladen

Musikalisch bewegte sich das Konzert zwischen angenehm swingendem Pop und einfühlsamer Ballade. Im trockenen Humor der Texte und im lakonischen Erzählstil ließen sich Vorbilder wie Randy Newman oder Bob Dylan („im Plattenregal kurz vor Dziuk“) erkennen.