Problemimmobilien in Bremerhaven: Behörden schauen jetzt genauer hin

Um lebensgefährliche Situationen in so genannten Problemimmobilien in Bremerhaven zu verhindern oder abzustellen, sind Bauordnungs- und Bürgerarmt jetzt besser gerüstet. Das ist das praktische Ergebnis der „Expertenkommission“, die seit dem Brand an der Wülbernstraße im April 2017 gearbeitet hatte.

Brand an der Wülbernstraße Auslöser

In dem kleinen Haus an der Wülbernstraße waren 41 Menschen in vier Wohnungen gemeldet, es gab kein Wasser, Strom wurde abgezapft, doch die Behörden wussten untereinander nichts vom jeweils anderen Problem – bis es am 10. April 2017 zu einem verheerenden Brand kam, bei dem 12 Menschen verletzt wurden.

Expertenkommission eingesetzt

„Die Koalition hat daraufhin beschlossen, eine Expertenkommission einzusetzen, die sich anschaut, wie künftig mit solchen Problemimmobilien umgegangen werden kann“, erklärt Feuerwehrdezernent Jörn Hoffmann (SPD), der die Kommission geleitet hat.

Ämter können schneller agieren

Gut ein Jahr später hat diese Kommission ihre Arbeit beendet. Ergebnis: Das Bauordnungsamt ist mit zusätzlichem Personal aufgestockt worden, der Datenaustausch untereinander ist erleichtert worden, behördeninterne Abläufe wurden umorganisiert. Bei Verdacht auf Gefahr in Verzug kann das Bauordnungsamt künftig sofort ausrücken, auch auf Hinweise aus der Bevölkerung oder anderen Ämtern kann schneller reagiert werden.

Bremerhaven drängt auf Gesetzesänderungen

Politisch will Hoffmann sich in Bremen dafür einsetzen, endlich Brandschauen, bei denen die Feuerwehr präventiv den Brandschutz kontrolliert, einzuführen. „Der Innensenator Ulrich Mäurer hat bereits signalisiert, dass die kommen werden“, so Hoffmann. Außerdem soll das Wohnaufsichtsgesetz geändert werden, damit auch die Sozialbehörden künftig Daten an die Meldebehörde weitergeben dürfen – etwa um Leistungsbetrug zu vermeiden.

Avatar

Laura Bohlmann-Drammeh

zeige alle Beiträge

Nach dem Studium der Journalistik und der "Modern Indian Studies" in Bremen, Göttingen und Indien, hat Laura Bohlmann-Drammeh in Bremen volontiert. Jetzt unterstützt sie die Nordsee-Zeitung in der Stadtredaktion und freut sich, wieder in der alten Heimat zu sein. Aufgewachsen ist sie nämlich in Cuxhaven.