Sanierungskoordinator für das Goethe-Quartier gesucht

SPD und CDU wollen im Goethe-Quartier einen Sanierungsbeauftragten installieren. Gesucht wird ein in Stadtentwicklungsfragen erfahrener Profi, der sich nach den Worten von SPD-Fraktionschef Sönke Allers ausschließlich um das „Bermuda-Dreieck zwischen Rickmers-, Hafen- und Pestalozzistraße“ kümmern soll.

Probleme sollen im Zusammenhang gesehen werden

Bisher sei „immer nur kleinteilig“ gearbeitet worden, begründet  Allers den Vorstoß der Koalitionäre. Die Probleme im Quartier seien zumeist jedes für sich betrachtet und nicht in einen Gesamtzusammenhang gestellt worden. Das müsse sich ändern, weil das Planungsamt ja auch mit vielen anderen Themen beschäftigt sei und deswegen gelegentlich „Sachen liegenbleiben“.

Allers:  „Wir müssen dieses Gebiet strategisch bespielen. Dazu gehört die Entwicklung eines umfassenden Sanierungskonzeptes, um es in Partnerschaft mit den Wohnungsbaugesellschaften und Privatinvestoren umzusetzen.“ Daran sollen auch die Bürger umfangreich beteiligt werden.

Intensiver nach privaten Investoren suchen

Als Beispiel nennt er die Diskussion um Erhalt und Nutzung der denkmalgeschützten Tonnendachhalle auf dem Kistnergelände. Da könne solch ein Beauftragter gezielt Investoren ansprechen, um sie für eine private Nutzung des Gebäudes zu gewinnen. „Das hat bisher niemand wirklich interessiert“, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende. Die Stadt sei jedenfalls nicht in der Lage, das marode Bauwerk für über eine Million Euro zu sanieren, um sie dann selbst zu betreiben oder privaten Nutzern zur Verfügung zu stellen.

Wer sei Eigentum verwahrlosen lässt, soll mehr Druck bekommen

Mehr Dampf müsse auch bei der Bearbeitung anderer Probleme auf den Kessel kommen. Das Gründerzeithaus an der Ecke Hafen- und Werftstraße, zum Beispiel, das nach mehrfachem Eigentümerwechsel von den derzeitigen Besitzern dem Verfall preisgegeben wird. In den oberen Geschossen fliegen die Tauben aus und ein, das Mauerwerk bröckelt und im Inneren sollen die bis dahin noch original erhaltenen Türen und Treppengeländer zerstört oder weggeschafft worden sein. Allers: „In solchen Fällen muss einfach mehr Druck auf die Eigentümer ausgeübt werden.“

Gesucht wird „einer von der Front“

Deswegen müsse nach einer gestandenen Person mit umfangreicher Erfahrung in der Umsetzung von Sanierungsprojekten gesucht werden. „Einer, der sich sowohl mit der Politik als auch mit schlecht gelaunten Bürgern auseinander setzen kann – einer, der von der Front kommt.“

Wie der Polier im Baustellen-Container

Nach Vorstellung der Koalitionäre soll der neue Lehe-Koordinator zum Dreh- und Angelpunkt im Goethe-Quartier werden, der dort auch für alle sichtbar seinen Standort bezieht: „So wie der Polier in seinem Baustellen-Container.“