Staatsschutz ermittelt: Unbekannte werfen Schweinefüße auf Moschee-Gelände

Auf dem Gelände der Fatih-Moschee der Islamischen Gemeinde Milli Görüs haben Unbekannte in der Nacht von Freitag auf Sonnabend abgetrennte Schweineohren – und füße verstreut. Die Gemeinde ist entsetzt, der Staatsschutz eingeschaltet. 

Gemeinde macht Angriff Sorgen

„Für uns ist dieser traurige Angriff ganz schlimm“, sagt Erkan Karaman, Sprecher der Islamischen Gemeinde Milli Görüs. Jugendliche, die am Wochenende in der Gemeinde Unterricht hatten, hätten die Schweinekörperteile am Samstagmorgen entdeckt.

„Schweinefleisch gilt als unrein“

„Wir machen uns schon Sorgen, immerhin übernachten hier die Kinder und Jugendlichen manchmal“, sagt Karaman. Die Gemeinde bewerte den Vorfall als Angriff. „Wir gehen davon aus, dass die Täter wissen dass wir Muslime sind und für uns Schweinefleisch als unrein gilt“, so der Sprecher.

Polizei ermittelt nach Tätern

Die Gemeinde hat Anzeige bei der Polizei erstattet, die ist jetzt auf der Suche nach Zeugen. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter die Kadaver Teile vom angrenzenden Wanderweg an der Georg-Seebeck-Straße auf das Moschee-Gelände geworfen haben.

Politisch motivierte Tat möglich

„Wer das getan hat und aus welchem Grund ist noch völlig unklar. Der Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen wegen Störung der Religionsausübung übernommen. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handelt“, teilt Sprecher Uwe Mikloweit mit.

„Angriffe nicht hinnehmbar“

Weitere Taten dieser Art sind der Polizei bisher nicht bekannt. Auch der Vorsitzende der DITIB-Gemeinde in Bremerhaven Lehe, Fatih Kurutlu, sagt, ihm seien keine weiteren Vorfälle dieser Art bekannt. „Solche Angriffe sind aber  nicht schön und absolut nicht hinnehmbar“, so Kurutlu.

Dogan: „Fremdenfeindlichkeit bedenklich“

Sülmez Dogan,  Rechtsanwätling und Stadtverordnete für die Grünen, verurteilt fremdenfeindliche Anschläge jeglicher Art. „Ich finde sehr bedenklich, das so etwas gerade jetzt passiert“, sagt sie. „Stimmungsmache – egal aus welcher Richtung – sollte einfach vermieden werden“, so Dogan.

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Laura Bohlmann-Drammeh

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Nach dem Studium der Journalistik und der "Modern Indian Studies" in Bremen, Göttingen und Indien, hat Laura Bohlmann-Drammeh in Bremen volontiert. Jetzt unterstützt sie die Nordsee-Zeitung in der Stadtredaktion und freut sich, wieder in der alten Heimat zu sein. Aufgewachsen ist sie nämlich in Cuxhaven.