Viele Hunde warten jahrelang auf ein neues Zuhause

Lucky, Kira und auch Maxi – sie alle wohnen im Tierheim eigentlich schon viel zu lange. Wie so manch anderer Mitbewohner auch. „Bei einigen Hunden gibt es im Prinzip keine plausible Erklärung dafür, warum das so ist“, sagt die Leiterin des Tierheimes, Amelie Bensch. Klar, die kleinen Puli-Welpen, die vor neun Wochen im Tierheim geboren wurden und ebenfalls ein neues Zuhause suchen, sind als knuddelige Hundebabys zunächst vielleicht verlockender. Aber: „Jeder sollte genau schauen, welches Tier zur Lebenssituation passt.“

Treue tierische Wegbegleiter

Lucky und Co. haben vielleicht in Sachen Welpen-Knuddel-Faktor zunächst nicht mehr ganz so viel zu bieten, dafür aber eine ganze Menge anderer Eigenschaften, die sie sehr wohl zu treuen tierischen Wegbegleitern machen. Lucky ist allerdings Kindern und Männern gegenüber ein wenig skeptisch: „Da hat er zunächst Angst. Vielleicht hat Lucky mal schlechte Erfahrungen gemacht“, vermutet Pflegerin Lisa Otten. Am besten wäre für den dreijährigen Schäferhund-Mischling ein Besitzer, der viel Zeit mit ihm verbringen kann. „Lucky hat einen ausgeprägten Beschützer-Instinkt“, weiß Otten.

Listenhunde im Land Bremen verboten

Hütehündin Maxi  wedelt begeistert mit dem Schwanz, als sie ihre Bezugspflegerin Laura Wahlers sieht. „Maxi braucht jemanden, der liebevoll und konsequent ist. Und ein eingezäuntes Grundstück, das sie wie ihre Menschen, beschützen kann.“   Genau so verhält es sich auch mit Kira (8). Die Staffordshire-Hündin darf allerdings nur in ein Zuhause im Landkreis ziehen, weil sie als sogenannter Listenhund im Land Bremen verboten ist. „Kira ist sehr menschenbezogen und artig“, sagt Laura. Hunde wie Kira seien häufig im Tierheim, weil sie sichergestellt worden seien. Da teilt Kira, die seit 2015 im Tierheim ist, das gleiche Schicksal wie Johnny, der Pitbull-Mix, der ebenfalls nur im Landkreis gehalten werden darf. Auch Johnny mag keine anderen Hunde und auch er ist, wie Laura sagt, ein freundliches Kraftpaket. „Die Besitzer sollten schon Erfahrung mit Hunden haben“, sagt Bensch.

Regelmäßig zur Hundeschule

Generell sei es natürlich gut, wenn Hundebesitzer die Tiere regelmäßig mit zu einer Hundeschule nehmen würden. Der Schäferhund-Mischling Lexus wohnt seit 2016 im Tierheim. Er ist zehn Jahre alt. „Lexus wäre ideal für eine Familie mit Jugendlichen, die Lust haben, Lexus auszupowern, denn er liebt das Rumtoben“, sagt Laura.  Begeistert springt Carlos am Gitter seines Zwingers hoch, als sich die beiden Pflegerinnen nähern. Kein Hund für jeden Haushalt: „Carlos braucht dringend einen Besitzer, der konsequent ist und ihm Regeln beibringt. Also am besten jemanden, der sich bereits mit Hunden auskennt“, betont Amelie Bensch.