Was die Betriebsversammlung bei der Lloyd Werft gebracht hat

Bei der Lloyd Werft im Kaiserhafen hat es am Morgen eine Betriebsversammlung gegeben. Die Lloyd-Vorstände Rüdiger Pallentin und Carsten J. Haake sowie Bremerhavens IG-Metall-Chef Karsten Behrenwald und Daniel Müller, der Betriebsratsvorsitzende der Lloyd Werft, informierten dabei knapp 400 Beschäftigte über den Plan der Genting-Gruppe, ihr Schiffsneubau-Geschäft an der Ostsee zu konzentrieren.

Design-Zentrum bleibt in Bremerhaven

Vorstand Rüdiger Pallentin sagte hinterher: „Wir haben den Beschäftigten gesagt, dass die Neubau-Aktivitäten komplett in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden werden. Wir bei der Lloyd-Werft werden uns auf unsere alten Stärken wie Reparatur und Umbau konzentrieren. Wir akzeptieren diese Entscheidung.“ Das Design-Zentrum, ergänzte Pallentin, werde in Bremerhaven bleiben. Eine Begründung für die Genting-Entscheidung konnte Pallentin nicht nennen.

Bei einer Betriebsversammlung der Lloyd Werft informierte Rüdiger Pallentin (rechts) und Carsten J. Haake (Werftvorstand) über die Pläne von Genting.
Bei einer Betriebsversammlung der Lloyd Werft informierte Rüdiger Pallentin (rechts) und Carsten J. Haake (Werftvorstand) über die Pläne von Genting. Foto Scheer

Lloyd Werft konzentriert sich auf Reparatur, Um- und Yachtbau

IG-Metall-Chef Karsten Behrenwald äußerte sich so: „Ich würde nicht sagen, dass Lloyd ausgebootet wurde. Die Lloyd-Werft wird sich nun auf Reparatur, Umbau und Yachtbau konzentrieren, was sie auch kann. Genting steht weiter zu Lloyd, das hat mir der Aufsichtsratsvorsitzende der Lloyd-Werft, Joachim Hagemann, erst Donnerstagabend noch gesagt.“ Wie sicher eine solche Zusage sei? „Ich habe keine Glaskugel!“, antwortete Behrenwald. Das Vertrauen in Genting sei aber noch da.

„Ich habe keine Glaskugel!“

IG-Metall-Chef Karsten Behrenwald

Betriebsrat plant keinen Arbeitskampf

Kritischer zeigte sich der Lloyd-Betriebsratsvorsitzende Daniel Müller: „Diese kurzfristige Entscheidung hat hier die ganze Aufbruchsstimmung zunichtegemacht. Der Markt ist schwer: Es ist schwer, Aufträge zu bekommen, es wird schwer, die Arbeitsplätze zu sichern. Ich erwarte von Genting nun Unterstützung in Sachen Finanzen und Aufträge. Das Vertrauen ist schwer belastet.“ Arbeitskampfmaßnahmen seien aber nicht geplant.

Was die Gründe für die Genting-Entscheidung sein könnten

Müller ergänzte: „Nach den Gründen für die Genting-Entscheidung suchen wir noch; die Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern ist aber wohl besser, mit dem Thema Kajensanierung hat das Ganze jedenfalls nichts zu tun.“