Wolf am Stadtrand von Bremerhaven gesichtet

Der Wolf hat die Seestadt erreicht. „Es hat einige Sichtungen in den Randbereichen gegeben. Und zumindest auf der Luneplate sind wir uns ziemlich sicher, dass es dort einen Wolf gibt“, sagt Stadtjägermeister Holger Bartels.

Wildtiere halten sich nicht an Landesgrenzen

Ihn wundert diese Entwicklung nicht, denn der Wolf sei ein Wildtier wie jedes andere, erläutert er und verweist unter anderem auf das Damwild, das schon längst heimisch geworden sei. „Natürlich werden wir nie einen Wolf in der Stadtmitte sehen“, beruhigt Bartels. Aber in den Randbereichen wie Surheide, Wulsdorf, Weddewarden und eben auf der Luneplate müsse man damit rechnen. „Wildtiere halten sich eben nicht an Landesgrenzen. Ihnen ist es egal, wo sie ihr Futter finden – in Niedersachsen oder Bremen“, ergänzt Bartels Amtsvorgänger Jörn Model.

Jede Sichtung sofort melden

In den Randbereichen von Bremerhaven habe es 2017 zwei Wolfsmeldungen gegeben, berichtet Kück: an der A 27 im Bereich Bürgerpark. „Ob es aber tatsächlich ein Wolf war, wissen wir nicht.“ Stadtjägermeister Bartels bittet darum, jede Sichtung sofort zu melden: bei der Polizei, der Jägerschaft oder im Internet auf der Seite der Landesjägerschaft. Für die Begegnung mit einem Wolf gibt er den dringenden Rat: „Dem Tier mit Respekt begegnen, es im Auge behalten und vorsichtig den Rückzug antreten. Auf gar keinen Fall rennen, sich dem Tier weiter nähern oder es womöglich sogar füttern.“

Verhaltensregeln auch für Stadtbewohner

Bartels hält es für sehr wichtig, dass auch die Bewohner der Stadt darüber informiert werden, wie sie sich dem Wolf gegenüber zu verhalten haben. „Das gilt auch für Menschen, die beispielsweise im Columbus-Center wohnen. Denn bei einem Spaziergang am Stadtrand kann es durchaus zu einer Begegnung kommen.“   Eine Aufklärung der Menschen über das richtige Verhalten hält auch Kück  für wichtig: „Der Mensch gehört aber nicht ins Beuteschema. Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Es gab bisher noch keinen einzigen Übergriff auf Menschen.“ Auf Nutztiere gebe es allerdings immer wieder Übergriffe – und das auch trotz Zäunen, sagt Kück. Probleme gebe es hier derzeit vor allem mit fünf Jungtieren im Landkreis. Eine Bejagung des Wolfs sei aber derzeit nicht vorgesehen.