Zwei Favoriten für einen zusätzlichen Feiertag

Der Vorstoß der SPD, im Land Bremen einen weiteren Feiertag durchzusetzen, stößt parteiübergreifend auf großen Widerhall. Mittlerweile laufen bereits heiße Debatten, welches Datum es denn werden soll. Dabei liefern sich der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus sowie der Reformationstag am 31. Oktober ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

„Wir müssen für gleiche Bedingungen sorgen – und haben daher bereits Anfang März einen ähnlichen Vorschlag diskutiert. Wir wollen sogar zwei weitere Feiertage – den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und den 8. März als Weltfrauentag“, so Günter Matthiessen (Die Linke).

Erinnerungs- und Nachdenktag

Einen anderen Feiertags-Favoriten hat Susanne Wendorf-von Blumröder. „Ich könnte viele gute Gründe nennen, warum der Reformationstag ein genereller Feiertag werden sollte. Er ist ein Erinnerungs- und Nachdenktag, der die Kirche und die Welt verändert hat“, sagt die Superintendentin im Kirchenkreis Bremerhaven. „Ähnlich wie der Buß- und Bettag, der aber leider entfallen ist.“

Absprache mit Niedersachsen

Die Superintendentin hat in Thorsten Raschen einen Fürsprecher. „Grundsätzlich begrüßen wir den Vorstoß und würden uns für den Reformationstag entscheiden, hinter dem auch alle Nicht-Christen stehen und sich wiederfinden. Grundsätzlich sollte dies jedoch länderübergreifend mit Niedersachsen passieren, sonst gehen die Leute am Feiertag zum Shoppen nach Spaden“, betont der CDU-Fraktionsvorstand. Ralph Saxe (Grünen) steckt zwar mit seiner Partei noch mitten im Diskussionsprozess, kann sich aber den 8. Mai vorstellen, um einen Gedenktag als Feiertag einzuführen.

Ablenkung von den eigentlichen Problemen

Es gibt jedoch auch politischen Gegenwind für die Feiertags-Initiative – von der FDP. „Wir sind der Meinung, dass wir derzeit größere Probleme in unserem Land haben, als dass wir uns nun mit einem solchen Thema beschäftigen sollten. Die Debatte lenkt nur von unseren eigentlichen Problemen wie etwa der Familienpolitik ab“, erklärt Hauke Hilz aus der Bremischen Bürgerschaft.