Mautpflicht für Bundesstraßen: Spediteure befürchten hohe Kosten

Zurzeit werden im ganzen Land blau-grüne Säulen an den Bundesstraßen aufgestellt. 600 sollen es bald sein. Nein, Blitzer sind es nicht. Es sind Mautsäulen. Ab 1. Juli wird die Mautpflicht für Lkw auf alle Bundesstraßen ausgedehnt. Die Spediteure sehen hohe Kosten auf sich zukommen.

Zwei Milliarden Euro Mehreinnahmen

Im Land Bremen werden ab Juli zwei Mautsäulen stehen, in Niedersachsen insgesamt 59. Die Ausweitung der Maut soll zwei Milliarden Euro mehr pro Jahr in die Kasse des Bundes spülen. Das Geld ist zweckgebunden, soll für den Neubau und die Erhaltung von Straßen verwendet werden. „Das ist erst einmal zu befürworten“, sagt Robert Völkl. Er ist Geschäftsführer des Vereins Bremer Spediteure.

„Am Ende zahlt der Verbraucher“

Eines kommt Völkl bei der Diskussion um die Maut aber zu kurz: „Zwei Milliarden Euro Mehreinnahmen bedeuten auch zwei Milliarden weniger Kaufkraft.“ Aus eigener Tasche könnten die Speditionen die Kosten nicht bezahlen. Stattdessen müsste man die Last an die Auftraggeber weitergeben. „Und am Ende zahlt es der Verbraucher.“

Zeit wichtiger als Geld

Dass sich der Schwerverkehr durch die Maut auf die kostenlosen Landstraßen verlagert, hält Völkl für unrealistisch. „Die Fahrer werden keine Umwege in Kauf nehmen, nur um die Maut zu sparen. Denn das Wichtigste ist die Zeit.“

Merlin Hinkelmann

Merlin Hinkelmann

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Merlin Hinkelmann, Jahrgang 1995, ist in der Wesermarsch aufgewachsen. Er studierte Kommunikations- und Politikwissenschaft in Bremen. Sein Volontariat absolvierte er bei der NORDSEE-ZEITUNG, wo er inzwischen in der Landkreisredaktion arbeitet.