Persönliche Anfeindungen: Wolfsberater in Niedersachsen zieht sich zurück

Das niedersächsische Umweltministerium hat den Wolfsberater im Landkreis Nienburg abberufen, weil dieser sich von Unbekannten bedroht gefühlt hat. „Der Grund für diesen Schritt waren zunehmende persönliche Anfeindungen“, sagte eine Ministeriumssprecherin in Hannover am Freitag.

„Fürsorgegründe“

„Eine weitere Tätigkeit war aus Fürsorgegründen nicht mehr zu verantworten.“ Der Mann habe darum gebeten, von seinem Ehrenamt entbunden zu werden. Im Kreis Nienburg soll der Leitwolf des Rodewalder Rudels abgeschossen werden, weil er mehrere Rinder und Ponys gerissen hatte. Dem Wolfsberater wurde offenbar unterstellt, persönlich für die Entscheidung verantwortlich zu sein.

Emotionale Debatte

„Der Fall zeigt deutlich, wie emotional der Wolf in Niedersachsen diskutiert wird“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). „Bei allem Verständnis für unterschiedliche Auffassungen in der Sache: Inzwischen werden Wolfsberater bei ihrer Arbeit behindert, teilweise sogar bedroht.“ Das sei inakzeptabel und helfe niemandem – weder den betroffenen Nutztierhaltern, noch dem Artenschutz. (dpa)