Deutschland gegen Italien: Große Spiele, bittere Niederlagen

Wer auf die Statistik baut, blickt hoffnungslos auf das deutsche Viertelfinale. Die deutsche Turnierbilanz gegen die Squadra Azzurra ist ernüchternd. In acht Begegnungen gelang kein einziger Sieg. Nur einige Unentschieden nutzten den Deutschen mehr als ihrem Gegner.

1922 gewinnt Deutschland erstmals gegen Italien

Nach zwei Niederlagen gelingt Deutschland 1929 in Turin erstmals ein Sieg gegen Italien. Nach einem frühen 0:1 Rückstand drehen Josef Hornauer und Georg Frank die Partie. Allerdings: Es war kein Turnierspiel.

WM 1962: Torloses Unentschieden hilft der DFB-Elf

In einem solchen standen sich Italien und Deutschlands erstmals in der Vorrunde der WM 1962 gegenüber. Das Spiel endete torlos, was am Ende den Deutschen mehr hilft als den Italienern. Das Team von Sepp Herberger zieht als Gruppensieger ins Viertelfinale ein, Italien muss nach Platz drei die Heimreise antreten. Im Viertelfinale ist nach einem 0:1 gegen Jugoslawien auch für Deutschland Schluss. Weltmeister wird Brasilien.

Das Jahrhundert-Spiel: 3:4 im Halbfinale der WM 1970

Bei der WM 1970 in Mexiko trifft Karl-Heinz Schnellinger in der Nachspielzeit, so dass das Halbfinale in Mexiko in die Verlängerung geht – die wildeste der WM-Geschichte. Franz Beckenbauer schleppt sich mit einer Armschlinge über den Platz. Deutschland geht trotzdem in Führung, Italien kontert schnell, erst zum 2:2, dann zum 3:2. Gerd Müller gleicht für die Deutschen in der 110. Minute aus, doch nur eine Minute später gelingt Gianni Rivera der Treffer, der das Spiel letztlich entscheidet.

Verdiente Finalniederlage bei der WM 1982

Wie es die deutsche Mannschaft ins Finale der WM 1982 geschafft hat, ist eines der letzten ungeklärten Rätsel der Fußballgeschichte. Als gesichert gilt, dass die Schande von Gijon damit zu tun hatte, als sich Österreicher und Deutsche nach der Führung von Hrubesch auf einen Nichtangriffspakt einigten, da so beide Teams weiterkommen. Im Finale ist Italien klar überlegen, was sich durch die Tore von Rossi, Tardelli und Altobelli auch auf das Ergebnis niederschlägt. Paul Breitner gelingt mit dem 1:3 dezente Ergebniskosmetik.

Nach 1:1 ziehen Italien und Deutschland ins Halbfinale ein – Beide scheiden aus

Ein 1:1 bei der EM 1988 führt dazu, dass Italien und Deutschland punktgleich ins Halbfinale einziehen. Dort scheiden beide Teams aus. Am Ende gewinnt Holland den Titel.

EM 1996: Köpke sorgt für Italiens Ausscheiden

Im letzten Vorrundenspiel der EM 1996 müsste Deutschland schon mit vier Toren Unterschied verlieren, um noch auszuscheiden. Italien hingegen benötigt unbedingt einen Sieg, um sicher ins Viertelfinale einzuziehen. Aber Andreas Köpke zeigt, warum er zu den besten Keepern seiner Zeit gehört. Er pariert unter anderem einen Elfmeter von Gianfranco Zola. Das 0:0 ist am Ende zu wenig für Italien, das ausscheidet.

Niederlage im eigenen Land

Bei der WM 2006 wird Italien zum Spiel-Verderber. Fabio Grosso schlenzt den Ball in der 119. Minute ins deutsche Unglück. In der Nachspielzeit sorgt Alessandro del Piero für den Endstand. Das Endspiel gewinnt die Squadra Azzurra im Elfmeterschießen gegen Frankreich.

Löw verzockt sich

Deutschland ist diesmal Favorit. Eine Rolle, die Joachim Löw dazu verleitet, zu experimentieren. Er setzt Toni Kroos auf Andrea Pirlo an. Doch der Taktikkniff läuft ins Leere. Mario Balotelli bestraft zwei Unachtsamkeiten. Der Anschlusstreffer von Mesut Özil in der 90. Minute kommt zu spät. Im Finale gegen Spanien sind die Italiener chancenlos, verlieren 0:4. (G14)