Bauer schießt auf Tierarzt: Prozess wegen versuchten Mordes hat begonnen

Ein schießwütiger Bauer aus Osterbruch steht seit heute wegen versuchten Mordes vor dem Stader Landgericht. Der 56-Jährige hat Anfang Februar auf seinem Hof mit einer Neun-Millimeter-Pistole auf den Kreistierarzt geschossen und ihn damit lebensgefährlich verletzt.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Der Grund: Der Veterinär wollte sämtliche Schafe, Rinder und Ponys vom Hof holen. Weil die Tiere vom Bauern nicht tiergerecht gehalten wurden. Der Landwirt lebte allein auf seinem Hof. Er galt als schwieriger Eigenbrötler. Die Kreisveterinäre hatten mehrfach die Haltung der Tiere kritisiert und auf Verbesserungen gepocht. Passiert war nichts.

Bauer brüllt „Existenzvernichter“

Zusammen mit Mitarbeitern und Polizisten war der Kreistierarzt  gegen 8 Uhr auf den Hof gekommen, um die Tiere abzuholen. Nach kurzem Streitgespräch mit dem Bauern verschwand dieser in seinem Stall.  Während alle auf ihn warteten, stieg er auf den Stallboden, öffnete eine Luke und schoss plötzlich ohne jede Vorwarnung auf den Veterinär. „Existenzvernichter“, brüllte er dabei.

Angeklagter wird vom Psychiater untersucht

So geht es aus der Anklageschrift hervor, die am ersten Prozesstag vorgetragen wurde. Der Angeklagte selbst wollte sich zu der Tat nicht äußern. Das Gericht hat beschlossen, ihn jetzt von einem Psychiater unter die Lupe nehmen zu lassen.

Inga Hansen

Inga Hansen

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Inga Hansen, Jahrgang 1962, arbeitet seit 1993 als Redakteurin in der Landkreis-Redaktion der NORDSEE-ZEITUNG. Zuvor hat die gebürtige Ratzeburgerin in Hamburg Politikwissenschaft und Öffentliches Recht studiert. Über Politik beziehungsweise die Frage, wie sich die Gesellschaft entwickelt, kann sich auch privat den Kopf heiß reden, weitere Leidenschaften gelten der Pop-Musik und dem Kino.