Forscher überlastet: Bericht über Cuxland-Wölfe verzögert sich weiter

Eigentlich sollte der Bericht über die Cuxland-Wölfe schon Anfang Oktober vorliegen. Auf der Grundlage dieses Gutachtens sollte über den Abschuss der fünf Jungwölfe entschieden werden. Doch die Experten sind überlastet.

Vollmundige Versprechen der Politik

Vollmundig hatte das Land Niedersachsen kurz vor der Landtagswahl angekündigt, dass Problemrudel unter bestimmten Bedingungen abgeschossen werden dürften. Vertreter der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) waren zur gleichen Zeit im Landkreis, um sich über das Cuxland-Rudel zu informieren.

Bericht über Wölfe noch lange nicht in Sicht

Doch der Bericht steht immer noch aus. „Es lassen sich keine Aussagen treffen, an welchem Termin der Bericht dem niedersächsischen Umweltministerium vorliegen wird“, sagt eine Pressesprecherin des Bundesamtes für Naturschutz, dem ist die DBBW zugeordnet.

Wolfsberater: Jungtiere sind verhaltensauffällig

Wolfsberater Hermann Kück aus Lunestedt glaubt, dass erstmal nichts passiert. Er ist für die Entnahme der Jungwölfe. Die im Mai 2016 geborenen Wölfe hätten früh ihre Eltern verloren und seien daher „verhaltensauffällig“. Kück zufolge hätten die Tiere nie gelernt, Wild zu jagen und sich darauf verlegt, vor allem Rinder und Schafe zu reißen. Im Februar beginnt laut Kück schon die Paarungszeit, deshalb hätte schon längst eine Entscheidung fallen müssen.

 

Christian Doescher

Christian Doescher

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Christian Döscher, Jahrgang 1967, leitet seit 2009 die Landkreis-Redaktion der NORDSEE-ZEITUNG. Zehn Jahre hat er in der Nachrichten-Redaktion gearbeitet. Vor seinem Volontariat ab 1997 ist der Köhlener vier Jahre als selbstständiger Marketing-Berater tätig gewesen. Studiert hat Döscher in Hannover Wirtschaftswissenschaften. Seine Leidenschaft gilt dem Fußball.