Hagener Turnhalle bleibt bis März Notunterkunft

Den Hagenern ist die Situation der Flüchtlinge in der Notunterkunft wichtig. Das wurde auch beim zweiten Informationsabend in der Allmers-Schule deutlich. Dort wurde mitgeteilt, dass die Flüchtlinge noch mindestens bis März in der Kreissporthalle untergebracht sind. Der nächste Informationsabend soll Mitte Februar 2016 stattfinden. Bürgermeister Andreas Wittenberg (parteilos), der zuständige Dezernent Friedhelm Ottens, Johanniter-Vertreter Tobias Holzberg sowie Polizeichef Holger Kliem informierten die mehr als 50 Besucher und standen in der Pausenhalle der Allmers-Schule Rede und Antwort.

Wittenberg: „Ich finde es faszinierend, was alles für die Flüchtlinge getan wird“

Bürgermeister Andreas Wittenberg (parteilos) zog eine positive Zwischenbilanz. Sowohl im Umgang mit der Notunterkunft als auch allgemein mit den Flüchtlingen in der Gemeinde legten sich die Hagener mächtig ins Zeug. „Ich finde es faszinierend, was alles für die Flüchtlinge getan wird“, so Wittenberg. Das fange an bei den Sprachkursen, die Freiwillige in der Kreissporthalle für die Flüchtlinge anbieten, und höre auf beim Betrieb der Kleiderkammer. Auch das Wirken von Allgemeinmediziner Dr. Hashem Lutfi hob er lobend hervor.

 

Rede und Antwort stehen Bürgermeister Andreas Wittenberg (parteilos), Dezernent Friedhelm Ottens, Johanniter Tobias Holzberg sowie Polizeichef Holger Kliem. Foto Kistner
Rede und Antwort stehen Bürgermeister Andreas Wittenberg (parteilos), Dezernent Friedhelm Ottens, Johanniter Tobias Holzberg sowie Polizeichef Holger Kliem. Foto Kistner

 

Aktuell leben 86 Flüchtlinge in der Notunterkunft

Aktuell leben 86 Flüchtlinge in der Kreissporthalle, davon 34 unbegleitete Jugendliche. Das Ziel sei, sie in Gastfamilien unterzubringen, teilte Tobias Holzberg von den Johannitern mit. Diese werden dringend gesucht. Alle Flüchtlinge warten zurzeit auf die Registrierung. Damit soll in Kürze begonnen werden. In Cadenberge, wo ebenfalls eine Notunterkunft ist, ist sie laut Holzberg bereits abgeschlossen.

Einblicke in das Alltagsleben in der Notunterkunft

Holzberg gab auch Einblicke in das Alltagsleben in der Halle, berichtete vom Tagesablauf der Flüchtlinge. „Das Leben in der Halle ist langweilig. Die Flüchtlinge haben nicht viel tun. Die Tischtennisplatte und der Tischkicker, die wir erhalten haben, sind eine willkommene Abwechslung“, bedankte sich Holzberg bei den Spendern.
„Es gibt keine auffälligen Polizeiereignisse. Unsere normale Präsenz reicht daher aus“, stellte Polizeichef Holger Kliem fest. Dennoch löse auch in Hagen die Notunterkunft vereinzelt Ängste aus, die Polizei stehe dann als Ansprechpartner zur Verfügung.

Auf einem Tisch liegen Armbänder bereit. Foto Scheschonka
Auf einem Tisch liegen Armbänder bereit. Foto Scheschonka

Bis März müssen die Vereine und Schulen warten

Das Amtshilfe-Ersuchen des Landes für die Erstunterbringung gilt bis Ende Februar 2016. Ottens geht davon aus, dass die Kreissporthalle mindestens bis Ende März gebraucht wird. „Wenn eine Halle zurückgegeben wird, dann die Hagener zuerst“, versprach der Dezernent. „Ich bin begeistert, wie viel Kraft in der Region steckt“, bedankte er sich über die viele Hilfe und Engagement. Unabhängig von der Notunterkunft wird die Zahl der Flüchtlinge in der Gemeinde Hagen weiter steigen. „Bis Ende März werden 1500 weitere Flüchtlinge in den Landkreis kommen. Davon 98 nach Hagen“, kündigte Ottens an.Bürgermeister Wittenberg wies darauf hin, dass die Unterbringung in angemieteten Wohnungen schwieriger werde. Er rief Vermieter erneut dazu auf, Wohnraum der Gemeinde anzubieten. (rk)

Die Gemeinde hat auf einer Internetseite alle Informationen zur Situation der Flüchtlinge in Hagen und zu Ansprechpartner für interessierte Ehrenamtliche zusammengestellt.

Jens Gehrke

Jens Gehrke

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Jens Gehrke ist in Bremerhaven geboren, arbeitet als Redakteur bei der NORDSEE-ZEITUNG und gehört seit 2016 dem nord24.de-Team an. Er hat Kulturwissenschaften und BWL in Lüneburg und Madrid studiert, danach volontierte er bei der NORDSEE-ZEITUNG. Die Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Gemeinden Hagen im Bremischen und Beverstedt.