Mordprozess Angelina: Urteil ist rechtskräftig

Das Urteil im Mordfall Angelina ist rechtskräftig. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe jetzt entschieden.

Lebenslang hinter Gitter

Damit steht nun endgültig fest, dass Kevin H., der im Sommer 2015 seine Ex-Freundin niedergestochen und tödlich verletzt hatte, lebenslang hinter Gitter muss. Der Verteidiger des Angeklagten hatte nach dem Urteil des Landgerichts Stade im Februar 2016 Revision eingelegt, diese wurde vom Bundesgerichtshof abgewiesen.

Bislang U-Haft

Der Angeklagte, der bislang in Untersuchungshaft saß, wird nun in die sogenannte Strafhaft überführt.

Messerattacke auf offener Straße

Auf offener Straße, direkt vor ihrer Haustür in Bad Bederkesa hatte Kevin H. im Juni 2015 seine Ex-Freundin Angelina niedergestochen. Die 18-Jährige erlag Stunden später ihren schweren Verletzungen.

Täter wollte Trennung nicht einsehen

Der Richter in Stade ging in seiner Urteilsbegründung im vergangenen Jahr von einer Eifersuchts-Tat aus. Die junge Frau hatte sich wenige Wochen vor der Tat von Kevin H. getrennt, unter anderem wegen dessen Drogenkonsums und aggressiver Attacken. Der Täter wollte dies nicht einsehen, tauchte immer wieder vor Angelinas Haustür auf und setzte der jungen Frau in Worten und Taten zu.

Keine verminderte Schuldfähigkeit

Bei seiner Tat soll Kevin H., laut vorsitzendem Richter, gezielt vorgegangen sein. Er habe nicht aufgehört, auf die junge Frau einzustechen, auch als diese am Boden lag. Zeugen hätten noch vergeblich versucht, die Tat zu verhindern. Von einer Tat im Affekt könne daher keine Rede sein.

Keine verminderte Schuldfähigkeit

Der Täter gab seine Tat gegenüber der Polizei zu, eine verminderte Schuldfähigkeit, ließ das Gericht in Stade nicht gelten. Ebenso wenig Erinnerungslücken, die Kevin H. einem Gutachter zu Protokoll gegeben hatte. Die vom Sachverständigen attestierte „emotional instabile Persönlichkeitsstörung“ stufte der vorsitzende Richter als „nicht tatentscheidend“ ein.

Entlassung nach 15 Jahren möglich

Auch wenn Kevin H. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde – da der Richter keine besondere Schwere der Schuld festgestellt hat (wie zum Beispiel im Falle mehrfachen Mordes) kann nach 15 Jahren erstmals geprüft werden, ob Voraussetzungen für eine vorzeitige Entlassung vorliegen.

Kristin Seelbach

Kristin Seelbach

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Geboren 1985 im hessischen Limburg hat es Kristin Seelbach nach dem Studium in Marburg und Leipzig gleich zweimal zur NORDSEE-ZEITUNG nach Bremerhaven und umzu verschlagen. Zunächst 2011 zum Volontariat und seit 2013 erst als feste Mitarbeiterin und später Redakteurin in die Landkreisredaktion. Dort kümmert sie sich schwerpunktmäßig um die Gemeinden im Nordkreis und die Kreispolitik.