Weltkulturerbe in Cappel? Arp-Schnitger-Orgel zieht die Blicke auf sich

Eine der ältesten, im Originalzustand erhaltenen Barockorgeln des legendären Orgelbauers Arp Schnitger steht in der St. Peter und Paul-Kirche in Cappel an der Wurster Nordseeküste.

Orgel wurde 1680 gebaut

Das Besondere: Die Orgel, 1680 gebaut für die Hamburger St. Johannisgemeinde, war im 18. Jahrhundert abgebaut und eingelagert worden, hat deswegen die in der Romantik üblichen Umbauten (Register mit Streicherklängen und Flöten) schadlos überstanden und war 1815 in Cappel wieder aufgebaut worden.

Schnitger war zur damaligen Zeit ein gefragter Unternehmer, unterhielt etliche Werkstätten im Nordwesten und baute Orgeln in England, Spanien, Portugal, den Niederlanden und Russland.

Prof. Dr. h.c. Harald Vogel erläuterte den Festgästen anhand von Beispielen die Besonderheiten der Cappeler Arp-Schnitger Orgel. Foto Ulich
Prof. Dr. h.c. Harald Vogel erläuterte den Festgästen anhand von Beispielen die Besonderheiten der Cappeler Arp-Schnitger Orgel. Foto Ulich

 

Aus Dornröschenschlaf erwacht

Anfang der 1950er Jahre erwachte die Orgel aus ihrem  Dornröschenschlaf, als der Organist Helmut Walcha Bachs Orgelgesamtwerk darauf einspielte. In den 1980ern legte der Bremer Kirchenmusiker Harald Vogel Bachs Orgelwerke noch einmal auf und begründete damit endgültig den internationalen Ruhm des historischen Instruments.

Musiker und Orgelexperten aus ganz Europa sind inzwischen auf das Cappeler Kleinod aufmerksam geworden und besuchen die Gemeinde.

Spezielles Festival in Bremen

Auch das Musikfest Bremen würdigt das Werk Schnitgers seit Jahren mit einem speziellen Arp-Schnitger-Festival, Meisterkonzerte auf den alten Instrumenten finden in Ganderkesee, Cappel, Grasberg, Groningen und Hamburg statt.

Den einzigartigen Klang der Orgel findet man auf einer aktuellen CD und DVD von Harald Vogel, das nächste Live-Konzert ist für den 11. Juni geplant, im Rahmen des Musikfestes Bremen gastiert der niederländische Organist Pieter van Dijk am 26. August in Cappel. Anschließend wird im Pfarrhaus zu einem Glas Wein und zum Gespräch mit dem Künstler geladen.  (Wolfgang Rumpf)