Wölfe tauchen vor Wohnhaus in Frelsdorf auf

Die Wölfe sorgen für ein mulmiges Gefühl in Frelsdorf: Seit Dezember mehren sich die Sichtungen und Begegnungen. Die Bürger fühlen sich eingeschränkt. Die Sorge wächst. 

„Wölfe sind nicht geflüchtet“

Einer von ihnen ist Johannes von Glahn. Er berichtet von einem Spaziergang am 24. Dezember 2016, auf dem er – direkt nach Verlassen des Ortes – Wölfe erblickte. „Die beiden Wölfe waren nicht weiter als 100 Meter entfernt und haben nicht die Flucht ergriffen“, berichtet von Glahn. Auch bei ihm hat die Begegnung Spuren hinterlassen. „Wir haben früher als Kinder noch im Wald gespielt. Das gehörte zur Jugend auf dem Land dazu. Diese Zeiten sind vorbei“, macht der Familienvater deutlich.

Fünf Wölfe näherten sich dem Hof

Bei Anwohnerin Nicole Harlos tauchten am 3. Dezember 2016  in unmittelbarer Nähe des Hofes in der Malse gleich fünf Wölfe auf, wie sie berichtet. Auch sie sorgt sich um das Wohl der Kinder. Die Frelsdorfer fühlen sich durch den Wolf, der offenbar bei einigen Begegnungen kaum Scheu zeigte, zunehmend verunsichert. „Wir fühlen uns eingeschränkt und haben ernste Bedenken“, sagt der Frelsdorfer Kevin Fels.  Der örtliche Jäger Heiner Riggers erinnert sich, dass im März 2014 der erste Wolf in Frelsdorf gesichtet wurde. „Seit Anfang Dezember 2016 hat die Zahl der Sichtungen stark zugenommen“, ergänzt er.

Hundehalter wirbelt zur Abwehr mit der Leine

Die intensivste Begegnung mit dem Wolf erlebte Dieter Heins aus Frelsdorf. Er hat beim Spaziergang am Sonntag, 8. Januar 2017, am Rande des Ortes zwei Tiere ausgemacht. Er hält sie für Rehe oder Hirsche. Doch die Tiere nähern sich und das Duo teilt sich auf: Es sind Wölfe. Heins hebt die Hundeleine und wirbelt sie über dem Kopf, ruft immer wieder „Haut ab!“. Er versucht, sie nicht aus den Augen zu lassen. Sein Hund flüchtet. Nach einer Weile entfernen sich die Wölfe wieder. Eine Begegnung, die in Frelsdorf kein Einzelfall mehr ist.

Jens Gehrke

Jens Gehrke

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Jens Gehrke ist in Bremerhaven geboren, arbeitet als Redakteur bei der NORDSEE-ZEITUNG und gehört seit 2016 dem nord24.de-Team an. Er hat Kulturwissenschaften und BWL in Lüneburg und Madrid studiert, danach volontierte er bei der NORDSEE-ZEITUNG. Die Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Gemeinden Hagen im Bremischen und Beverstedt.