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Und täglich grüßt die Relegation: Doch der HSV steigt nicht ab #isso

Das Leben ist nicht leicht  – vor allem als HSV-Fan in den letzten Jahren. Hohn und Spott von Anhängern anderer Vereine, wochenlanger Frust und die ein oder andere Träne mussten ertragen werden. Doch eins ist glasklar: Der Hamburger SV steigt nicht ab.

Die Uhr läuft weiter!

Ja, ihr habt richtig gehört. Der HSV bleibt auch in dieser Saison der Bundesliga-Dino. Die Uhr läuft weiter! Wenn die Hamburger in den letzten Jahren eins bewiesen haben, dann ist das ihr Dusel, der auch den der Bayern in den Schatten stellt. Und ich gehe noch weiter: Wenn am Sonnabend gegen 17.20 Uhr der Schlusspfiff im Volkspark ertönt, dann steht der HSV auf dem 13. Platz.

Notnagel: Manuel Gräfe

Größenwahnsinn? Keinesfalls! Einfache Zuversicht und Hoffnung. Der Hamburger SV hat in dieser Saison das ein oder andere Mal tatsächlich seine sportliche Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt – ob beim 3:0-Sieg in Leipzig, als Nicolai Müller drei Tore vorbereitete oder beim 2:1 gegen Hoffenheim. Und wenn alles schief läuft, pfeift Manuel Gräfe ja noch die Partie. Gräfe war es nämlich, der 2015 im Relegationsfinale gegen Karlsruhe den umstrittenen Freistoß in der 90. Minute gab – der HSV blieb in der Bundesliga.

Verein nicht ausgesucht

Aber wie soll man als Fan im Abstiegskampf sonst reagieren – außer mit Zuversicht. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt stirbt beim HSV bekanntlich erst in der Verlängerung des Relegations-Rückspiels. Und alle anderen Anhänger – egal ob Werderaner, Bayern-Fan, St.-Paulianer oder oder oder – müssten genauso gut wissen wie ich: „Du suchst dir deinen Verein nicht aus, der Verein sucht dich aus.“

Erstes Spiel – erste Niederlage

Mein Star: Piotr Trochowski.
Mein Star: Piotr Trochowski. Foto: Nietfeld/dpa

Im Endeffekt sind meine zwei großen Brüder Schuld, dass ich mit dem HSV-Virus infiziert wurde. Die beiden – glühende Anhänger der Rothosen – waren es auch, die mich am 25. März 2006 in den Volkspark mitnahmen. Damals betrat ich das Stadion für die Partie gegen Dortmund und sah – naja – nicht nur mein erstes HSV-Spiel, sondern auch gleichzeitig meine erste HSV-Niederlage: 2:4 hieß der Endstand. Doch das Gefühl, Publikumsliebling Mehdi Mahdavikia, den noch jungen (guten) Rafael van der Vaart, HSV-Legende Sergej Barbarez, den ewig am Boden liegenden David Jarolim und Piotr Trochowski zu sehen, werde ich nie vergessen.

Eine Papierkugel mit Folgen

Doch genauso wie bei Piotr Trochowski (seit Sommer 2016 vereinslos), stockt der Motor beim HSV seit Jahren. Auch Niederlagen sind keine Seltenheit mehr. Saison für Saison kehrt jetzt die Angst vor dem Tabellenkeller zurück. Aber als treuer Anhänger der Rothosen steckt man das weg. Besonders die vier Nordderbys innerhalb von drei Wochen im Jahr 2009 haben mich – was das angeht – abgehärtet. Die Hamburger verspielten damals DFB-Pokal und UEFA-Cup gegen die Bremer (Ich sag nur Papierkugel).

Nur der HSV

Obwohl die Tiefen bei den Hamburgern mittlerweile die Höhen bei weitem übertroffen haben, ebbt meine Liebe zu dem Club nicht ab. Der Hohn und Spott, der mir von Kollegen oder in den sozialen Netzwerken entgegenkommt, prallt ab. Denn egal, ob Tabellenkeller oder Europacup-Platz, ob Zweite Liga oder Königsklasse, mein Herz gehört dem Hamburger SV. Nur der HSV.

Zwar von 2014 – aber heute noch aktuell:

Philipp Overschmidt

Philipp Overschmidt

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Philipp Overschmidt, Jahrgang 1988, ist in Georgsmarienhütte (Landkreis Osnabrück) geboren und aufgewachsen. Er studierte Politikwissenschaften und Soziologie in Osnabrück. Nach seinem Volontariat bei der NORDSEE-ZEITUNG ist er seit 2017 Online-Redakteur für nord24.