Davie Selkes großer Tag gegen den Ex-Klub

Direkt nach dem Spiel (RB Leipzig gegen Werder Bremen, 3:1) standen Clemens Fritz und Davie Selke noch lange auf dem Rasen und plauderten. Man kennt sich, man schätzt sich – und man flachst ein bisschen. Fritz machte damit etwas später noch weiter und gestand in einer Medienrunde: „Ich war verwundert, wie er den reingeflankt hat. Das konnte er bei uns noch nicht…“

In Bremen wirkte Selke tatsächlich noch ein bisschen hölzern. Mit seiner butterweichen Flanke zum 2:0 von Naby Keita bewies er gut ein Jahr nach seinem Wechsel von Werder nach Leipzig nun das Gegenteil. „Ich wusste gar nicht, dass er mit links so viel Gefühl hat“, staunte auch Zlatko Junuzovic über den ehemaligen Kollegen.

Davie Selke rückt mit einer Flanke ins Rampenlicht

Es war eben der Tag der großen Gefühle bei Selke. Bis zur 71. Minute hatte der 21-Jährige nur zuschauen dürfen – und das auch noch gegen den Ex-Club, der einst eine Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro überwiesen bekommen hatte. Und dann brauchte Selke keine vier Minuten, um mit besagter Flanke gleich voll ins Rampenlicht zu rücken. Fast schon ein bisschen mehr als der Torschütze.

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Davie Selke verzichtet auf den großen Torjubel

Aber es kam noch besser für Selke: In der Schlusssekunde konnte er den Ball ins leere Bremer Tor schießen und seinen zweiten Saisontreffer feiern. Er machte es allerdings sehr still. Und das lag nicht daran, dass der Torerfolg wegen des Sturmlaufs von Werder-Keeper Felix Wiedwald so einfach gewesen war. „Ich habe eine riesengroße Wertschätzung für den Verein, ich habe Werder viel zu verdanken. Deswegen gab es für mich heute nichts zu jubeln“, erklärte Selke sein kurzzeitiges Gefühlschaos.

Werder-Sportchef Frank Baumann: Schöner wäre es gewesen, wenn er erst gar nichts zu jubeln gehabt hätte

Werder-Sportchef Frank Baumann sprach von einer respektvollen Geste, fügte aber noch süffisant an: „Ob er jubelt oder nicht, das spielt doch keine Rolle. Schöner wäre es gewesen, wenn er erst gar nichts zu jubeln gehabt hätte.“