Nach Kreißsaal-Schließung in Nordenham: Politik rechnet mit Helios ab

Zu einer Abrechnung mit dem Betreiber der Klinik in Nordenham, Helios, geriet jetzt die Sitzung des Kreisgesundheitsausschusses. In der Fragestunde wollten Julia Bittner, Jana Bens und Tomke Teßmer, alle aus Nordenham, wissen, wie es nach der Schließung der Geburtshilfestation in Esenshamm weitergeht.

„Es herrscht sehr viel Wut“

Es herrsche sehr viel Wut. Wie könne Schwangeren die Angst genommen werden, dass sie nicht vernünftig versorgt werden, wollte Julia Bittner wissen. Erster Kreisrat Hans Kemmeries sagte zu, dass man alles Mögliche versuchen werde. Dazu gehöre noch im Februar ein Gespräch in Berlin mit der Helios-Konzernleistung.

„Helios will nur Gewinne machen“

Helios werde seine Entscheidung nicht zurücknehmen. Der Konzern wolle nur Gewinne machen, wetterte die Kreistagsabgeordnete Ursula Schinski (SPD) aus Brake. Das sei typisches Arbeitgeberhandeln.

„Geburtshilfe war noch nie kostendeckend“

Angelika Zöllner (SPD) brachte eine Rekommunalisierung der Klinik ins Gespräch. Ausschussvorsitzender Dr. Hans Schmid (CDU), Chefarzt der Urologie in Esenshamm, nannte Geburten ein wesentliches Element der Daseinsvorsorge. Geburtshilfe im Krankenhaus sei noch nie kostendeckend gewesen, sie werde querfinanziert.

Hilfe für die neue Elterninitiative: Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Ulla Bernhold (links), sicherte Julia Bittner (mit Töchterchen Emma), Jana Bens und Tomke Teßmer (von rechts) am Montag im Braker Kreishaus jegliche Unterstützung zu.
Hilfe für die neue Elterninitiative: Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Ulla Bernhold (links), sicherte Julia Bittner (mit Töchterchen Emma), Jana Bens und Tomke Teßmer (von rechts) am Montag im Braker Kreishaus jegliche Unterstützung zu. Foto: Timmermann