Der Landkreis Rotenburg will Lehrer mit Meinung

Der Rotenburger Kreistag stärkt Lehrern den Rücken: Sie sollen sich nicht den Mund verbieten lassen, wenn es darum geht, demokratische Werte zu vermitteln.

Abgeordnete haben Vertrauen

Lehrer sollen ihre Schüler nicht indoktrinieren, sie haben aber durchaus den Auftrag, kontrovers mit ihnen zu diskutieren und sie zu befähigen, sich eigenständig ein Urteil über politische Themen zu bilden. Und nach Auffassung des FDP-Abgeordneten Jan-Christoph Oetjen wird im Unterricht eher zu wenig als zu viel über Politik diskutiert. Er unterstützte die Initiative von SPD, Grünen und Linken, die davor warnen, Lehrende in ihrer Lehrfreiheit einzuschränken und Misstrauen zu säen.

Kritik an AfD-Plattform

Die Initiative richtete sich ausdrücklich auch gegen eine von der AfD eingerichtete Internet-Plattform, auf der jeder anonym Lehrer melden kann, die sich angeblich kritisch gegenüber Rechtspopulismus äußern. Ein Vorgehen, wie man es von totalitären Systemen kennt, befand Oetjen.

Absage an Denunziantentum

„Ich freue mich über das deutliche Signal gegen Denunziantentum“, unterstrich Landrat Hermann Luttmann (CDU). Allein die Alternative für Rotenburg, der zwei ehemalige AfD-Mitglieder und ein AfD-Mitglied angehören, stimmte gegen den Antrag.