Freyersen bei Zeven: Hähnchenstreit geht in die nächste Runde

Der Landkreis Rotenburg hat Ende des vergangenen Jahres dem Vorhaben eines Landwirts aus Freyersen zugestimmt, zwei Ställe mit jeweils 39.800 Plätzen zu bauen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) der Kreisgruppe Rotenburg hat gegen den Bescheid nun Widerspruch eingelegt.

Vor einen Jahr wurde Vorhaben publik

Als das Vorhaben eines Landwirts in Freyersen, zwei Hähnchenmastställe zu bauen, vor mehr als einem Jahr publik wurde, kritisierte der BUND-Kreisverband vorrangig die Entfernung der zugepachteten Flächen zum Stall sowie die Einbeziehung von Grünflächen als Futtergrundlage.

„Maisanteil im Futter nicht sachgerecht“

„Vor ein paar Monaten haben wir dann von der Landwirtschaftskammer erfahren, wie sich die Futtergrundlage zusammensetzt. Es wurde ein Mais-Anteil im Futter von 55,8 Prozent berechnet. Das ist nicht sachgerecht“, sagt der Kreisgruppen-Vorsitzende Manfred Radtke und verweist auf Empfehlungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die im Internet selbst von einem Maisanteil im Futter von 30 bis 40 Prozent spricht.

Fristgerechter Widerspruch

Der BUND habe nach dem Erhalt des Schreibens fristgerecht Widerspruch beim Landkreis Rotenburg eingelegt. Denn beim Durchschauen der Begründung fiel dem Vorsitzenden eine weitere Sache auf: „Die Landwirtschaftskammer hat bei der Ermittlung der eigene Futtergrundlage eine Fläche von 31 Hektar berücksichtigt, auf der Silomais angebaut wird. Körnermais wurde nur mit 29 Hektar berücksichtigt.“ Silomais ist als Futtermittel für Rinder oder als Biogassubstrat geeignet, jedoch nicht für Hähnchenmast, betont Radtke.

„Grünfutter ist ungeeignet“

Auch mit der Einbeziehung der vorhandenen Futterflächen ist der BUND weiterhin nicht einverstanden. Denn: „Grünfutter ist für die durchgeführte Hähnchenmast ungeeignet.“ Nur mit Einbeziehung der Grünfläche komme der Landwirt jedoch auf eine Futtergrundlage von 52 Prozent, die für eine Genehmigung elementar wichtig ist. Es wurde mit „nicht sachgerechten Daten gearbeitet“, die schlussendlich dazu geführt haben, dass die Landwirtschaftskammer die Freigabe erteilt hat, ist sich der Umweltschützer sicher.

Landkreis prüft den Fall erneut

Der Widerspruch wird vom Landkreis Rotenburg derzeit geprüft, wie Pressesprecherin Christine Huchzermeier mitteilt. Solange darf mit dem Bau der Mastställe in Freyersen nicht begonnen werden.

Sophie Stange

Sophie Stange

zeige alle Beiträge

Sophie Stange kommt gebürtig aus Lutherstadt Wittenberg. Seit September 2016 arbeitet sie als Redakteurin bei der Zevener Zeitung. Zuvor hat sie das Bachelorstudium "Angewandte Medienwissenschaft" an der TU Ilmenau absolviert. Ein zweijähriges Volontariat bei der Schweriner Volkszeitung folgte kurz darauf. Zudem hat sie den Masterstudiengang "Journalismus und Medienwirtschaft" an der Fachhochschule Kiel erfolgreich abgeschlossen.