Tarmstedt: Polizist hält Smartphones für „Killerwerkzeuge“

Smartphones und die Nutzung sozialer Netzwerke bergen Gefahren. Das ist nicht neu. So drastisch wie Peter Siebert bringt es aber nur selten jemand auf den Punkt. Der Polizist aus Lingen hat in Tarmstedt einen Vortrag gehalten. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund.

Eltern informieren sich über soziale Netzwerke

Siebert war auf Einladung des Schulelternrates der KGS Tarmstedt aus Lingen angereist. Die Mütter und Väter wollten Infos über den Umgang junger Leute mit WhatsApp, Instagram, Facebook & Co. Vor allem das Thema Cybermobbing interessierte sie.

Siebert hat 6000 Schüler befragt

Dazu hat Siebert viel zu erzählen. Der Polizeihauptkommissar hat im Emsland eine Befragung unter 6000 Schülern durchgeführt. Immerhin acht Prozent davon gaben an, schon einmal online gemobbt worden zu sein.

Selbstmordgedanken sind nicht selten

Noch schockierender: 142 der jungen Leute haben über Selbstmord nachgedacht. „Wenn die sich alle tatsächlich umbringen würden, wären ganze fünf Schulklassen weg“, so Siebert. Dass Jugendliche per Cybermobbing in den Tod getrieben werden, ist für ihn erwiesen.

Der Polizist erinnert an junge Kanadierin

Als Beispiel führte er die Kanadierin Amanda Todd an. Sie war 2012 wegen eines Nacktfotos schikaniert worden. Ihr Tod machte Schlagzeilen, weil sie vorher ein Abschiedsvideo bei YouTube veröfentlicht hatte.

Smartphones haben Schattenseiten

Vor allem jüngere Nutzer von Smartphones wüssten nicht, dass Worte mehr verletzen können als Schläge. Die elektronischen Alleskönner seien toll, aber: Laut Siebert werden sie schnell zu „Killerwerkzeugen“.

Regeln statt Verbote

Deshalb seien Eltern gefragt, ihre Kinder aufzuklären. Von Verboten hält er aber nichts. Regeln seien viel wirksamer.

Wo gibt’s Hilfe?

Kinder und Jugendliche, die Probleme haben – ganz gleich welcher Art – müssen damit übrigens nicht allein klarkommen. Für sie gibt es im Internet viele Hilfsangebote. Tipps und Ansprechpartner sind unter anderem auf der Seite des Vereins Nummer gegen Kummer aufgeführt.