Lager Sandbostel: Gedenken an unvorstellbares Leid

74 Jahre nach der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel appelliert Landes-Superintendent Hans-Christian Brandy: „Wir dürfen nicht vergessen und verschweigen, was hier geschah.“ Nämlich unvorstellbares Leid. Tausende Menschen verloren hier während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben.

Appell in Sandbostel

Ein leidenschaftlicher Appell stand am Ende des Gedenkens auf dem Areal des ehemaligen Lagers: Lehre aus dem grauenhaften Geschehen müsse sein, sich gegen Krieg und Faschismus einzusetzen. Jedoch für Frieden, Freiheit, Demokratie und ein vereintes Europa. Das befand der Italiener Domenico Bolognese, Repräsentant der Angehörigen von Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen.

Briten als Befreier

Britische Truppen befreiten am 29. April 1945 rund 14.000 Kriegsgefangene und 7000 KZ-Häftlinge.  „Dafür ist ihnen nicht genug zu danken“, sagte Gedenkstätten-Leiter Andreas Ehresmann. Überdies warnte er vor einer „Umkehr in der Erinnerungspolitik um 180 Grad“, wie sie vor allem eine Partei fordere, die im Bundestag vertreten ist. Heute besuchen jährlich rund 12.000 Menschen die Gedenkstätte Lager Sandbostel.