Russe findet Grab von Großvater in Zeven

Nikolaj Koloskow hat sich seit 2017 der Geschichte seines Großvaters Nikolaj Wassiliewitsch Wagajew genähert. Jetzt hat er das Grab in Zeven gefunden.

Kriegsgräberstätte am Rande der Stadt

Auf der Kriegsgräberstätte Kronshusen, die 1952 am Rande der Stadt angelegt wurde, ruhen mindestens 170 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die in der Heeresmunitionsanstalt Zeven-Aspe zumeist 1942 ums Leben gekommen sind, und dorthin umgebettet wurden. Mittlerweile sind die meisten Namen der zu Tode Gekommenen bekannt und wurden auf Namensziegeln verzeichnet.

Aus dem Friedhof ist eine Gedenkstätte geworden

Aus dem „Russenfriedhof“ ist eine Gedenkstätte geworden – ein Ort für Hinterbliebene, an dem sie ihrer umgekommenen Angehörigen gedenken können. Zu ihnen gehört Nikolaj Koloskow. Dessen damals 91-jährige Mutter war 2017 auf die Spuren ihres Vaters gestoßen, der als russischer Soldat 1941 in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten war.

Enkel nimmt Abschied am Grab des Großvaters

Koloskows Großvater kam ins Lager nach Sandbostel und von dort als Zwangsarbeiter in die Heeresmunitionsanstalt nach Zeven. Dort starb er im Februar 1942 an Erschöpfung. Jetzt hat der Enkel die letzte Ruhestätte seines Großvaters gefunden und besucht. Mitgebracht hat er Erde aus der Heimat, die er auf dem Friedhof verstreute.