Sandbostel: Gedenken an unfassbares Leid im ehemaligen Lager

Die britische Armee hat am 29. April 1945 das Kriegsgefangenenlager Sandbostel befreit. Die Truppe fand rund 14.000 Gefangene und 7000 KZ-Häftlinge vor. Zum 73. Jahrestag der Befreiung findet am Sonntag ein öffentliches Gedenken statt. 

Gedenkstätte bietet Rundgänge in mehreren Sprachen an

Die Soldaten fanden in Sandbostel katastrophale Bedingungen vor. „Hunderte Leichname lagen teilweise seit Tagen unbestattet in dem Areal herum. Die lebenden Häftlinge irrten erschöpft über das Gelände oder lagen apathisch in den Baracken“, erinnert der Leiter der Gedenkstätte, Andreas Ehresmann. Zum 73. Jahrestag der Befreiung bietet die Gedenkstätte am 29. April von 13 Uhr an Rundgänge auf Deutsch, Englisch und Französisch an. Treffpunkt ist im Haupt-Ausstellungsgebäude.

Französischer Konsul und Enkel von KZ-Häftling sprechen

Bei der um 16 Uhr beginnenden Gedenkveranstaltung auf der Kriegsgräberstätte Sandbostel sprechen unter anderem der französische Generalkonsul Laurent Toulouse und eine Enkelin des französischen KZ-Häftlings Roger Cornu. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne und Pieter Dekker als Vorsitzender der niederländischen „Stichting Oktober ’44“ sind von 17.30 Uhr an die Hauptredner.

Mehr als 313.000 Gefangene

Sandbostel war eines der größten norddeutschen Kriegsgefangenenlager. Hier waren zwischen 1939 und 1945 mehr als  313.000 Kriegsgefangene, Internierte und zuletzt auch etwa 9500 KZ-Häftlinge aus über 55 Nationen untergebracht. Tausende sind hier gestorben und wurden auf dem Lagerfriedhof, der heutigen Kriegsgräberstätte Sandbostel, bestattet.

Lutz Hilken

Lutz Hilken

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Lutz Hilken, Jahrgang 1966, ist in Zeven geboren. Als Redakteur der Zevener Zeitung berichtet er von Politik über Kultur bis zu sozialen Themen über das lokale Geschehen.