Steigende Krebszahlen im Kreis Rotenburg: Wie viel Gift lagert unter der Erde?

Was jahrzehntelang kaum jemanden interessierte, weil es unter der Erde liegt und die Gefahren nicht erkannt wurden, beschäftigt seit einiger Zeit im Landkreis viele Menschen. Spätestens mit den erhöhten Krebszahlen in der Samtgemeinde Bothel und in der Stadt Rotenburg rückte das aber in den Fokus der Allgemeinheit: Wie gefährlich ist das, was die Erdgasindustrie hier tut?

Welcher belastete Abfall wurde in den ausgedienten Rohren verklappt?

Daran schließt sich die Frage an, welche Reststoffe haben die Energiekonzerne in den 50 Jahren der Förderung von Erdöl und Erdgas auf Basis der damals geltenden Abfallgesetze in den nicht mehr genutzten Förderrohren verklappt? Fünf dieser Verfüllbereiche liegen im Kreis Rotenburg: „Bommelsen Z 1“ (Visselhövede), „Heilsbach Z 1“ (Elsdorf), „Söhlingen Ost Z 6“ (Visselhövede), „Söhlingen Z 6“ (Hemslingen) und „Wittorf Z 1“ (Visselhövede).

Keine Hinweise darauf, dass die Rohre undicht sind

In die ausgedienten betonierten Förderrohre haben die Unternehmen bis 2003 bis in knapp 3000 Meter Tiefe unter anderem mit Quecksilber verunreinigten Schlamm gefüllt. Hinweise darauf, dass die Rohre undicht sind, haben die Experten nicht gefunden.

Schwermetalle in der Grube bei Hamersen gefunden

Anders sieht es bei den Bohrschlammgruben aus. Auch davon gibt es etliche im Landkreis. Die Unternehmen hatten Gruben ausgehoben,  Steine, Sand, Matsch und Produktionsreste reingekippt und das Ganze mit Erde bedeckt – fertig. Im Raum Bothel und in Rotenburg gibt es Hinweise darauf, dass die Gruben womöglich mit den dort erhöhten Krebsraten bei älteren Männern in Zusammenhang stehen. Auch die Bohrschlammgrube „Volkensen  4“ bei Hamersen gilt als mit Schwermetallen belastet. Andere sind als unbelastet eingestuft. Wieder andere müssen noch untersucht werden.