Das solltet Ihr in Bremerhaven nicht tun: Möwen füttern kostet 30 Euro

Heinz Poppinga ärgert sich über seine Mitmenschen in Schiffdorferdamm, weil sie täglich Möwen füttern. „Das kann schnell gefährlich werden, etwa wenn die Tiere Kleinkindern was aus der Hand stehlen“, sagt er. Dass es in Bremerhaven verboten ist, die Tiere zu füttern, wüssten viele offenbar nicht. 

30 Euro Bußgeld fürs Möwenfüttern

Tatsächlich verbietet Paragraph 14 des Ortsgesetzes über die öffentliche Ordnung die Fütterung von Wildtauben, verwilderten Haustauben und Möwen. Ein Verstoß kostet, wenn man zum ersten Mal erwischt wird, 30 Euro. Wiederholungstätern droht ein Bußgeld bis zu 2500 Euro. „Unsere Außendienstmitarbeiter ahnden Verstöße“, sagt Ordnungsamtsleiter Horst Keipke. Im vergangenen Jahr mussten drei Menschen 30 Euro bezahlen, in 2017 bereits einer.

Schilder für Verbot gewünscht

Die Touristen Gudrun und Volker Hundorf wissen von dem Verbot nichts. „Warum stellt man keine Schilder auf?“, fragen sie sich. Diese wünscht sich auch Karl-Heinz Janssen von den Hafenrundfahrten. „Gerade im Sommer füttern die Touristen die Tiere, ich mache sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam“, sagt er. Schilder würden seine Arbeit erleichtern.

Möwen mit Jungen aggressiv

Ungesund ist das Füttern für die Tiere übrigens nicht: „Möwen sind Allesfresser“, sagt Heinrich Reiner vom Naturschutzbund (NABU). Allerdings würden die Tiere so schnell zutraulich und dann aggressiv. „Wenn sie Junge haben, fühlen sie sich von Menschen bedroht und greifen sie an“, sagt er.

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Laura Bohlmann-Drammeh

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Nach dem Studium der Journalistik und der "Modern Indian Studies" in Bremen, Göttingen und Indien, hat Laura Bohlmann-Drammeh in Bremen volontiert. Jetzt unterstützt sie die Nordsee-Zeitung in der Stadtredaktion und freut sich, wieder in der alten Heimat zu sein. Aufgewachsen ist sie nämlich in Cuxhaven.