Hilfe für Bedürftige in Bremerhaven: 500 Gäste schlemmen gratis

Für rund 500 bedürftige Menschen war die Leher Lutherstraße am Mittwoch der „Himmel auf Erden“: Spanferkel, Fischfilets, Hühnchenbrustfilets, Vitello Tonnato, Lasagne, Leipziger Allerlei, Obstsalat, türkische Süßigkeiten  –  alles zum Nulltarif, alles gespendet.

Büfett und Welnessparadies

Zum kulinarischen Büfett, zubereitet von sieben Profi-Köchen, haben Alex Vaiou und Manfred Jabs in der „Theo“  alle eingeladen, die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind. In drei „Schichten“ dürfen die Gäste in der „Theo“ schlemmen. Und eine Etage höher noch ins „Wellnessparadies“.

Drittes Benefiz-Schlemmermahl im großen Stil

„Wir sind happy, wir Ameisen alle“, strahlt Gastronom Alex Vaiou ins Gewimmel aller, die mit ihm beschlossen haben, bedürftigen Mitmenschen eine Nikolausfreude zu schenken. „Alle Ameisen zusammen schaffen eben was“, nickt der junge Grieche. Mit seinem dritten Benefiz-Schlemmermahl hat der 40-Jährige aus dem Vollen geschöpft: 50 Helfer, 51 Sponsoren und auch die Freifahrtscheine von Bremerhaven Bus machen das kleine Wunder von Lehe möglich.

Klock elf Uhr eröffnen die "Leher Engel" Alex Vaiou (links) und Manfred Jabs das Festmahl in der "Theo". Foto Scheer

Vor allem Kunden der Tafel haben Bändchen als Eintrittsticket

Vaious Co-Regisseur:  Manfred Jabs als Awo-Leiter der Bremerhavener Tafel. „Wir haben in Stadt und Landkreis etwa 11000 Kunden“, erzählt er in seinen wallenden Weihnachtsmannsbart und verteilt Getränke. „Wir haben gesagt, bis zu 1000 könnten wir zum Nikolausessen schaffen.“ Kalkuliert hat Organisator Vaiou mit drei Mal 200 Gästen, um 11, 13 und 15 Uhr. Und die Bude brummt nur so.

Auch fast 80 Kinder kommen über den Tag verteilt hinzu, aus den Initiativen "Rückenwind", "Sonnenblume" und den Willkommensklassen der Awo für neu angekommene Flüchtlingskinder - alle bekommen ein kleines Uhrenpräsent extra.

Drei Spanferkel, 140 Kilo Fischfilet

Mit Kinderwagen und Rollator, jedes Alter, jede Nationalität: Wer in den 14 Tagen zuvor das Glück hatte, bei der Tafel ein „Bändchen“als Eintrittskarte zu ergattern, genoss das Verwöhntwerden rundum.  Und den ehrenamtlichen Köchen und Servicekräften leuchtete die Freude an der Sache aus den Augen. Drei metergroße Spanferkel, 140 Kilo Fischfilet, 80 Kilo Gemüse, 60 Kilo Pommes, 300 warme Schals, 500 Uhren, zehn Riesenbleche Lasagne und für alle Damen eine rote Rose – um nur einige der Gaben  aufzulisten.

Sieben Profi-Köche brutzeln, dünsten, kochen, schnippeln mit ihren "Küchenfeen" im Akkord, um mehr als 500 Portionen Fleisch, fisch, Gemüse, Vor- und Nachspeisen zu zaubern Foto Scheer

Leben am Existenzminimum

„Wir bekommen Arbeitslosengeld II, rund 750 Euro im Monat, davon gehen 450 Euro Miete ab“, erzählt die junge Mutter Laura, ihren lütten Sohn Liam auf dem Schoß. „Ohne die wöchentlichen Portionen Gemüse , Obst und Milchprodukte kämen wir nicht über die Runden, aber dieses  Essen hier ist einfach wundervoll.“ Während die  ausgebildete technische Zeichnerin schlemmt, genießt Anna, 77, im ersten Stock den „Wohlfühl-Tempel“: Kostenlose Fußpflege, Haare schneiden, Blutdruck und -zucker messen, Augen prüfen lassen.

Die gute Tat im Video: