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Kindesmissbrauch: 3 Jahre und 6 Monate Haft für Bremerhavener

Das Landgericht hat einen 65-Jährigen Bremerhavener am Dienstag zu drei Jahren und sechs Monaten Haft wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in sieben und schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in drei Fällen verurteilt. Die Nebenklage hätte sich mehr gewünscht, die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt fünf Jahre Haft gefordert. 

Schwerer sexueller Missbrauch in drei Fällen

Mit dem Urteilsspruch ist das Gericht im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft gefolgt. Es sah den sexuellen Missbrauch an zwei Mädchen in den Jahren 2012 und 2016 als gegeben an. In drei Fällen wurde der Angeklagte wegen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt, weil er die Strafen begangen hatte, obwohl zeitgleich ein Verfahren gegen ihn lief und er bereits einmal verurteilt wurde.

Opfer-Familien hatten sich mehr erhofft

Der Angeklagte reagierte auf das Urteil mit Kopfschütteln, äußerte sich aber nicht. Die Familien der Mädchen waren froh, dass der Prozess – der in einem Fall erst vier Jahre nach der Anklage startete –  endlich zu Ende gegangen ist, hatten sich aber mehr erhofft.

Richter rät Angeklagtem zur Therapie

Ob die Verteidigung gegen das Urteil Revision einlegt, ist noch unklar. Der Richter gab dem Angeklagten aber zu verstehen, dass er sich in der JVA einer Therapie unterziehen sollte und im Anschluss an die Haftstrafe in eine betreute Wohneinrichtung ziehen sollte. „Wenn Sie sich darauf einlassen, könnte man ihre Haftstrafe auch verkürzen“, so Richter Manfred Kelle. Der Angeklagte reagierte darauf nicht.

Laura Bohlmann-Drammeh

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Nach dem Studium der Journalistik und der "Modern Indian Studies" in Bremen, Göttingen und Indien, hat Laura Bohlmann-Drammeh in Bremen volontiert. Jetzt unterstützt sie die Nordsee-Zeitung in der Stadtredaktion und freut sich, wieder in der alten Heimat zu sein. Aufgewachsen ist sie nämlich in Cuxhaven.