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Sex nur noch mit „Huren-Pass“: Neues Gesetz soll Prostituierte schützen

Von Kondompflicht bis „Huren-Ausweis“ – auf das Rotlichtmilieu in Bremerhaven kommen gravierende Veränderungen zu. Denn seit Anfang des Monats ist bundesweit das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten. Wer mit Sex sein Geld verdient, muss sich nun unter anderem behördlich anmelden, Bordellbetreiber brauchen eine Betriebserlaubnis.

In der Seestadt arbeiten die beteiligten Ämter zurzeit daran, das hierfür nötige Verfahren miteinander abzustimmen. Bis Ende des Jahres soll das Prozedere stehen, sagt Horst Keipke, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes. Grob gesagt betrifft das Gesetz drei Personenkreise: die Prostituierten, die Freier und die Bordellbetreiber. Übergeordnetes Ziel ist es, die Sexarbeiter – also Frauen, Männer und Transsexuelle – besser vor Menschenhandel und Zwangsprostitution zu bewahren sowie ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

„Huren-Pass“ muss alle zwei Jahre erneuert werden

Wichtigste Änderung für die Prostituierten ist es, dass sie ihre Tätigkeit künftig bei den Behörden anmelden müssen – egal, ob sie selbstständig oder angestellt sind. Sie erhalten daraufhin eine Anmeldebestätigung, umgangssprachlich auch „Huren-Ausweis“ oder „Huren-Pass“ genannt, der alle zwei Jahre erneuert werden muss. Auch die Inhaber von Bordellen, Clubs und Co. sind betroffen. Wollen sie ein Etablissement eröffnen, benötigen sie eine Erlaubnis vom Amt. Freier stehen künftig ebenfalls mehr in der Verantwortung: 50 000 Euro kann es sie kosten, wenn sie gegen die Kondompflicht verstoßen.